Ärztin: Narben von Ehefrau passen zu Misshandlungen

Zuhälter-Prozess

Der mutmaßliche Zuhälter aus Rumänien, der seine Ehefrau zur Prostitution in einem Aplerbecker Saunaclub gezwungen haben soll, gerät vor dem Landgericht immer mehr in Erklärungsnot. Eine Rechtsmedizinerin erklärte am Dienstag, dass alle Verletzungen der Frau zu deren Schilderungen von brutalen Schlägen und Quälereien passen würden.

APLERBECK

06.09.2016, 16:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Ärztin hatte die Prostituierte im Februar, rund vier Wochen nach ihrem Auszug bei dem Angeklagten, untersucht. „Am ganzen Körper fanden sich zahlreiche Narben“, sagte die Sachverständige vor Gericht. Einige seien sicherlich schon mehrere Monate alt gewesen, andere deutlich jüngeren Datums. Die Verletzungen fanden sich am Kopf, am Oberkörper, an den Armen, an den Beinen und am Rücken.

„Die Frau schilderte uns von regelmäßigen Schlägen durch den Angeklagten“, berichtete die Rechtsmedizinerin. „Ihre Erinnerung war dabei sehr detailliert.“ Unter anderem soll der Zuhälter seiner Frau mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Narben an der Nase und an beiden Lippen könnten dazu passen. Die frischeste Verletzung fand die Ärztin auf einem Unterarm. „Diese Narbe passt genau zu einer Verbrennung mit einer Zigarettenkippe“, sagte sie.

Der Angeklagte beteuert dagegen weiter seine Unschuld. „Meine Frau ist schon als Kind von ihren Eltern geschlagen worden“, behauptete er. Und die Verbrennung? „Sie hat Fleisch gebraten, dabei ist ein Öltropfen auf ihren Arm geraten.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

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