Alarmierende Zahlen aus der Kinderchirurgie

Kindesmisshandlung

DORTMUND In der Kinderchirurgie landen jährlich acht bis zehn schwerste Fälle von Schütteltrauma. Über die Hälfte der betroffenen vier- bis sechsmonatigen Säuglinge stirbt daran. Dr. Matthias Albrecht, Chefarzt der Kinderchirurgie, schlägt deshalb Alarm.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 02.10.2009, 05:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Alarmierende Zahlen aus der Kinderchirurgie

Ein Bild aus Schwerin: Der Teddybär sitzt neben Blumen und anderen Kuscheltieren auf dem Grab eines Mädchens, das einen qualvollen Hungertod starb.

Der Chefarzt erlebt schier Unfassbares im Klinikalltag: Jedes Jahr sieht er 30 bis 40 Kinder mit Knochenbrüchen, Wunden oder gravierenden Hämatomen. Die meisten Verletzungen werden von niedergelassenen Kinderärzten entdeckt. Betroffen sind oft Säuglinge und Kleinkinder. Einmal allerdings war es ein achtjähriges Mädchen, untergebracht in einer "gut situierten" (so Albrecht) Pflegefamilie. Pflegeeltern misshandeln ihr Kind Die Pflegeeltern beschuldigten ihren eigenen Sohn, dem Mädchen die Brüche im Oberarm zugefügt zu haben. "Der Neunjährige hätte gar nicht die Kraft dazu gehabt", so der Chefarzt. Die Pflegeeltern selbst waren es, die das ihnen schutzbefohlene Kind misshandelt hatten.

Dr. Albrecht weiß auch, was mit Kindern passiert, die überleben. Untersuchungen in einer Reha-Klinik hätten gezeigt, dass diese kleinen Patienten neurologisch kaum mehr therapierbar sind. Mit anderen Worten: Sie werden nie normal beschulbar sein und immer im Leben hinterherhinken.

Der Chefarzt erlebt schier Unfassbares im Klinikalltag: Jedes Jahr sieht er 30 bis 40 Kinder mit Knochenbrüchen, Wunden oder gravierenden Hämatomen. Die meisten Verletzungen werden von niedergelassenen Kinderärzten entdeckt. Betroffen sind oft Säuglinge und Kleinkinder. Einmal allerdings war es ein achtjähriges Mädchen, untergebracht in einer "gut situierten" (so Albrecht) Pflegefamilie. Pflegeeltern misshandeln ihr Kind Die Pflegeeltern beschuldigten ihren eigenen Sohn, dem Mädchen die Brüche im Oberarm zugefügt zu haben. "Der Neunjährige hätte gar nicht die Kraft dazu gehabt", so der Chefarzt. Die Pflegeeltern selbst waren es, die das ihnen schutzbefohlene Kind misshandelt hatten.

In der Babysprechstunde des Kinderschutzbundes besteht bei einem Viertel der 150 jährlich dort vorgestellten Kinder erhöhter Handlungsbedarf für externe Hilfen.

  • Bis Ende November unterstützt die Bethe-Stiftung die Arbeit der Babysprechstunde mit einer Spendenverdoppelung: Sparkasse Dortmund, BLZ 44050199, Konto-Nr. 001 219 260, Stichwort: Bethe.
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