Traurige Wiedereröffnung: Aldi wird Toilettenpapier nicht los

rnAldi im Unionviertel

Wie eine Neueröffnung ohne gute Laune bei Kunden und Mitarbeitern aussieht, zeigte die des Aldis in der Joachimstraße. Gleichzeitig erkennt der Filialleiter eine Wende bei den Hamsterkäufen.

Unionviertel

, 01.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Ende Juni 2019 waren die Türen des Aldi in der Joachimstraße geschlossen – bis jetzt. Am Donnerstag (30.4.) fand die Wiedereröffnung statt, und zwar ganz im Corona-Stil: keine Luftballons, keine Essensstände, keine Party-Laune, dafür mit Mund-Nasen-Schutzmaske und Weltuntergangs-Stimmung.

Lange mussten die Dortmunder auf den Aldi im Unionviertel verzichten. Das alte Gebäude wurde abgerissen, um beim Neubau ein verändertes Raumkonzept anzuwenden. Nun will Aldi auf etwa 800 Quadratmetern mit „großzügigen Fensterfronten, einem hellen Licht- und Farbkonzept sowie breiteren Gängen“ überzeugen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Aldi habe darauf geachtet, die Ware übersichtlicher zu präsentieren und den Fokus auf die Frischebereiche zu legen. Ahmet Tasdemir, Filialverantwortlicher des Aldis in der Joachimstraße, sagte in der Pressemitteilung vom Mittwoch (29.4.): „Die letzten Wochen waren sehr arbeitsintensiv, aber es hat sich gelohnt. Die neue Filiale schaut wirklich klasse aus.“

Filialchef Tasdemir wünscht sich schönere Neueröffnung

Bei der Neueröffnung nur einen Tag später erlebten wir Ahmet Tasdemir mit deutlich schlechterer Laune. „Es ist sehr schade, dass wir unter solchen Bedingungen eröffnen“, sagt er, denn von Party-Laune war keine Spur. Es sei seine erste Neueröffnung als Filialleiter, und die habe er sich vor Ausbruch des Virus anders vorgestellt.

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„Normalerweise wird bei Neueröffnungen immer gefeiert; es gibt Tombolas, Gutscheine, Essensstände, Gewinnspiele“, ergänzt Tasdemir. Das sei nun alles weggefallen. Stattdessen habe er die Türen nur für den regulären Verkauf öffnen dürfen – ohne große Eröffnungssause.

Und wie zurzeit beim Einkauf üblich: Ausreichender Sicherheitsabstand sowie Einkaufswagen- und Maskenpflicht sind auch bei der Aldi-Neueröffnung an der Tagesordnung.

Und wie zurzeit beim Einkauf üblich: Ausreichender Sicherheitsabstand sowie Einkaufswagen- und Maskenpflicht sind auch bei der Aldi-Neueröffnung an der Tagesordnung. © Nick Kaspers

Bedrückt war die Gemütslage auch bei den Kunden. Mit Mund-Nasen-Schutzmasken und ausreichendem Sicherheitsabstand erledigten sie die nötigsten Einkäufe. „Im Vergleich zu anderen Neueröffnungen war eher wenig los“, sagt Tasdemir.

Aldi erkennt Wende bei den Hamsterkäufen

Was dem einen oder anderen Kunden ein Lächeln auf die Lippen gezaubert haben dürfte: Es gab Toilettenpapier in Massen; Mehl, Nudeln und die meisten anderen Klassiker der Hamsterkäufe waren auch im Regal. Filialchef Tasdemir sei das ein paar Tage zuvor im benachbarten DM auch schon aufgefallen.

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Dafür hat er folgende Erklärung parat: „Nicht die Angst vor dem Virus ist verschwunden, aber ich glaube, die Menschen haben einfach große Massen von den Produkten zuhause.“ Die Vorräte müssten nun zuerst aufgebraucht werden.

Tasdemir hat ein Problem, das vor wenigen Wochen wahrscheinlich nicht viele Dortmunder geglaubt hätten: „Jetzt habe ich palettenweise Toilettenpapier im Lager und kriege es nicht quitt.“

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