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Alexandra Pirici lässt in der Kokerei Hansa ein Hologramm mit einem Menschen tanzen

rnRuhr Ding: Territorien

Die rumänische Performance-Künstlerin Alexandra Pirici präsentiert einen „Ongoing Act“ in der Kokerei Hansa. Inspiriert wurde sie dabei vom Veranstaltungsraum: der alten Waschkaue.

Huckarde

, 29.04.2019 / Lesedauer: 3 min

In der Waschkaue der Kokerei Hansa haben sich hunderte Bergmänner bis 1992 gewaschen und umgezogen. Seit die Kokerei stillgelegt wurde, wäscht sich hier niemand mehr den Koksstaub und den Schweiß von der Haut. Die leeren Käfige, in denen die Arbeiter ihre saubere Kleidung aufbewahrten, erinnern aber noch an den Zweck, den die Waschkaue Jahrzehnte lang erfüllte.

Für „Ruhr Ding: Territorien“, eine Ausstellung der Urbanen Künste Ruhr, hat die rumänische Performance-Künstlerin Alexandra Pirici (36) einen „Ongoing Act“ entwickelt. Das Setting: die alte Waschkaue. „Ein Ongoing Act ist für mich etwas anderes als eine Performance oder ein Kunstwerk“, sagt Alexandra Pirici. „Bei meinem Projekt steht oder hängt nichts still da, und es performen auch nicht nur Menschen.“

Das Hologramm steht für standardisierte Bewegungen

Denn bei Alexandra Pirici interagieren vom 4. Mai bis zum 30. Juni zwei verschiedene Performerinnen mit einem Hologramm. „Es geht um Bewegung, darum mit den Standards zu brechen“, erklärt die 36-Jährige. Das Hologramm lässt aus atomisierten Teilchen einen virtuellen Körper entstehen, der standardisierte Bewegungen zeigt. Die menschliche Performerin bildet das Gegenstück. Untermalt wird der Ongoing Act von elektronischer Musik.

„Die Waschkaue hat mich inspiriert, auch wenn ich mich schon vorher mit ähnlichen Projekten beschäftigt habe“, sagt Alexandra Pirici. „Hier treffen moderne Elemente wie das Hologramm auf die alte Schwerindustrie.“ Außerdem sei das Hologramm wie ein gespenstischer Körper, der an die Bergmänner erinnert. Insgesamt sechs Monate lang hat die rumänische Künstlerin intensiv an dem Projekt für „Ruhr Ding: Territorien“ gearbeitet.

Der Körper ist das Territorium

Alexandra Pirici ist klassische Balletttänzerin. Das helfe ihr auch als Performance Künstlerin. „Ich begreife dadurch Bewegung ganz anders, viel genauer“, sagt sie. Die Rumänin hat bereits in den USA gearbeitet, war aber auch viel in Deutschland unterwegs, beispielsweise bei der Biennale in Berlin. Dass sie sich von den Ausstellungsorten inspirieren lasse, wie im Falle der Waschkaue, passiere häufig. „Und gerade bei Ausstellungen im öffentlichen Raum ist das Zusammenspiel zwischen Ort und Act oder Performance wichtig - schließlich ist es nicht nur ein weißer Museumssaal.“ Trotzdem: Grundsätzlich sollen ihre Werke an verschiedenen Orten gezeigt werden können.

Ob der Ongoing Act aus der Waschkaue noch einmal anderswo zu sehen sein wird, ist unklar. „Ich arbeite im Moment viel mit elektronischer Bewegungs-Erfassung“, sagt Alexandra Pirici. „Also mit Animation mithilfe von speziellen Anzügen. Damit werde ich mich in nächster Zeit beschäftigen.“

Ruhr Ding: Territorien

„Ruhr Ding: Territorien“ ist eine Ausstellung im öffentlichen Raum. Sie wird von den Urbanen Künsten Ruhr organisiert. Vom 4. Mai (Samstag) bis 30. Juni (Sonntag) sind in Bochum, Dortmund, Essen und Oberhausen 22 Kunstprojekte zu sehen. Der Ongoing Act von Alexandra Pirici ist in der Waschkaue der Kokerei Hansa, Emscherallee 11, zu sehen. Weitere Informationen gibt es hier.
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