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Alles gefälscht: Prozess um betrügerischen Autoverkauf

Amtsgericht

Echt war eigentlich nur der Wagen. Bei einem betrügerischen Autoverkauf wurden Banken, Händler und Behörden mit Fälschungen in die Irre geführt. Jetzt stehen zwei Dortmunder vor Gericht.

Dortmund

, 30.10.2018 / Lesedauer: 3 min

Der schicke Audi A5 Quattro war im Mai 2016 im Internet aufgetaucht. Der Preis: 17.800 Euro. Das war rund 6000 Euro unter dem eigentlichen Verkaufspreis.

Der Käufer war extra aus Brandenburg angereist. Er machte eine Probefahrt, zahlte die vereinbarte Kaufsumme und fuhr wieder gen Heimat. Die böse Überraschung ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Als er das Auto auf seinen Namen ummelden wollte, fiel auf, dass irgendetwas nicht stimmte:

Verkäufer bereits zu Gefängnisstrafe verurteilt

Der Mann, der ihm den Audi damals auf einem Parkplatz in Wuppertal verkauft hat, ist inzwischen bereits zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. In seinem Prozess hatte er jedoch erstmals zwei Namen genannt, die bislang in keiner Polizeiakte aufgetaucht waren: die der beiden nun angeklagten Dortmunder.

Die 29 und 58 Jahre alten Männer aus Körne sollen im Hintergrund die Fäden gezogen und auch alle gefälschten Papiere besorgt haben: Führerschein, Meldebestätigung, Verdienstbescheinigung. Zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Recklinghausen haben sie die Vorwürfe am Montag allerdings bestritten.

Totalfälschungen sind erst nicht aufgefallen

Der Audi A5 stammt ursprünglich aus einem Autohaus in Recklinghausen. Dort war der spätere und inzwischen verurteilte Weiterverkäufer aufgetaucht. Er bat um eine Vollfinanzierung und um schnelle Auslieferung. Und genau so ist es auch gekommen.

„Ich habe alles genau so gemacht, wie die letzten 35 Jahre“, sagte der inzwischen pensionierte Verkäufer des Autohauses. Die Unterlagen wurden der Bank und der Zulassungsstelle vorgelegt, dann konnte das Fahrzeug das Autohaus verlassen. Dass die Papiere allesamt Totalfälschungen waren, ist damals niemandem aufgefallen.

Zeuge will nur Strohmann gewesen sein

Im Prozess vor dem Recklinghäuser Amtsgericht kommt nun alles auf die Aussage des bereits verurteilten Käufers (und Weiterverkäufers) an. Seine Zeugenvernehmung steht noch aus. In seinem eigenen Prozess hat er offenbar behauptet, dass er nur eine Art Strohmann gewesen ist. Dafür, dass er den A5 zunächst betrügerisch ergaunert und später weiterverkauft hat, will er von den beiden Dortmundern lediglich 300 Euro erhalten haben. Der Rest sei bei den jetzt Angeklagten geblieben.

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