Alles im Eimer

03.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

5 vor 5 in Dortmund: Jeden Mittwoch stellen wir Menschen unserer Stadt vor:

Wolfgang Balk weiß, was Menschen los werden wollen. Weil alles im Eimer ist: (neue) Unterwäsche, Dachpfannen, Auto-Ersatzteile, Mauerwerk . . .

Das und mehr hat der 52-jährige EDG-Mitarbeiter schon gefunden. Der zupackende Mann in der gelben Latzhose ist stadtweit für Reparatur und Leerung der Papierkörbe zuständig. Und für ihren Ersatz; denn die grauen Tonnen aus Aluminium sind begehrt. «Die Leute glauben, das sei Edelstahl und klauen das», erzählt Balk kopfschüttelnd. Innerhalb von einer Woche musste er an selber Stelle in Bodelschwingh drei neue Papierkörbe anbringen. «Jetzt hab' ich einen Eisenkorb drangehängt. Den will keiner.»

Eine gut gekleidete Frau, um die 60, kommt vorbei, wirft einen Blick in den Papierkorb, von dem Wolfgang Balk gerade den Deckel abhebt. «Das wird mehr», sagt er und schaut vielsagend der Frau hinterher, «die Leute suchen nach Pfandflaschen. Selbst in den Altglascontainern fischen sie danach.»

Wolfgang Balk arbeitet seit 31 Jahren für die EDG. Ihn wundert nichts mehr. Aber ärgern tut's ihn bisweilen. Wenn z. B., wie an der Planetenfeldstraße in Dorstfeld, jemand seine ganze Wohnungseinrichtung am Containerstandort entsorgt: «Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und Kinderzimmer.»

Um 5 vor 5 Uhr hat Balk längst Feierabend. Dann ist er zurzeit meist im Baumarkt. Auf der Suche nach Kabeln, Lichtschaltern und Farbe. «Wir renovieren». In Rahm haben er und seine Frau Marion ein Zweifamilienhaus gekauft, das es herzurichten gilt. Lachfalten zeichnen sich in sein freundliches Gesicht: «Zuhause ist mein zweiter Arbeitsplatz.» Gaby Kolle

Lesen Sie jetzt