Allgemeinstrom-Grundpreis für Mehrfamilienhausbesitzer steigt von 46 auf 100 Euro

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Wegen gestiegener Strompreise im Großhandel und höherer Kosten für das Stromnetz dreht auch der Dortmunder Energieversorger DEW21 an der Preisschraube. Bei einem Tarif um 115,75 Prozent.

Dortmund

, 15.02.2019, 14:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

Viele deutsche Stromanbieter haben Anfang 2019 die Preise erhöht. Der Dortmunder Strom-Platzhirsch DEW21 zieht zum 1. April nach: Laut Sprecherin Gabi Dobovisek um 3,8 Prozent in der „Stromgrundversorgung“ und um 2,4 bis 3 Prozent bei Sondertarifen. Wer als Hauseigentümer bei DEW21 den „Allgemeinstrom“ kauft, muss beim Rechnen ein paar Prozentpunkte drauflegen. Wie Hermann Paweletz aus der Schlosserstraße: Der Jahresgrundpreis ist bei ihm von 46,68 Euro auf 100,71 Euro gestiegen. Ein Plus von 115,75 Prozent für den Grundpreis. Wie so viele DEW21-Kunden hat auch Hermann Paweletz zum Telefon gegriffen und seinen Ärger rausgelassen. Er war nicht der einzige DEW21-Kunde, der unsere Redaktion auf das dicke Preis-Plus bei dem Dortmunder Versorger hingewiesen hat.

Spezieller Tarif für Hauseigentümer

DEW21-Sprecherin Gabi Dobovisek begründete den steilen Anstieg im „Allgemeinstrom“-Tarif für Flur- und Kellerlicht oder Aufzüge damit, dass dieser „spezielle Tarif für die Wohungswirtschaft und Mehrfamilienhausbesitzer“ zuletzt vor zwei Jahren erhöht worden und zuvor über viele Jahre stabil geblieben sei. „Da waren wir vertrieblich im Minus“, sagte sie.

Die an den Strombörsen verlangten Preise müsse DEW21 an die Kunden weitergeben. Die Hauseigentümer könnten die gestiegenen Preise an die Mieter weitergeben: Für die Mieter eines Sechs-Familienhauses seien das etwa 80 Cent pro Monat.

Von der Bundesnetzagentur geprüft

Gestiegen sind für DEW21 auch die Preise für die Nutzung des Stromnetzes. Das Tochterunternehmen „Donetz“ müsse das 7000 Kilometer lange Stromnetz in Dortmund inklusive Trafostationen instandhalten und ausbauen. Für die Nutzung des Netzes müsse DEW21 einen Preis zahlen und diesen umlegen. Gabi Dobovisek über das Verfahren: „Diese Preise wurden von der Bundesnetzagentur geprüft und genehmigt.“ Allgemeine Preistreiber in der Branche seien auch die Energiewende und Investitionen in die Elektromobilität.

Hermann Paweletz stellen diese Antworten nicht zufrieden. Einen Anstieg von rund 46 auf über 100 Euro kann er absolut nicht nachvollziehen. In den Briefen an die Kunden weist DEW21 auf Widerspruchsrechte und die Kontaktmöglichkeiten hin.

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