Alpenverein hat heimlichen Favoriten für neue Kletterhalle

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Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Nach dem Aus für die Kletterhalle im Gasometer auf Phoenix-West konzentriert sich der Alpenverein auf drei alternative Standorte im Stadtbezirk Hörde. Es gibt auch einen heimlichen Favoriten.

DORTMUND

, 09.08.2017, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alpenverein hat heimlichen Favoriten für neue Kletterhalle

Der Gasometer neben den Phoenix-Hochöfen sollte zum Kletter-Trainingszentrum für Olympia werden.

Im alten Hoesch-Gasometer wären die Kosten für eine Kletterhalle mit mehr als 20 Millionen Euro durch die Decke geschossen. Die Stadt und die Dortmunder Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) waren sich schnell einig: „Wirtschaftlich nicht darstellbar.“ Das war im Juni.

Deshalb richtet sich nun der Blick auf die drei Alternativstandorte, die von der Verwaltung ins Spiel gebracht worden sind. Dabei geht es um ein Grundstück auf der früheren Zeche Crone in Wellinghofen, um eine Fläche an der ehemaligen Gasgebläsehalle auf Phoenix-West und um ein unbebautes Areal am Goethe-Gymnasium an der Stettiner Straße. „Der Standort wäre unser Favorit“, sagt DAV-Vorsitzender Jürgen Domjahn.

Stellplatzfrage noch ungeklärt

Eine Kletterhalle würde das Angebot am Goethe-Gymnasium als eine von NRW-weit 16 Sportschulen gut ergänzen, findet Domjahn. Ein entscheidender Punkt sei die Stellplatzfrage. „Das scheint nicht ganz unkompliziert zu sein.“ Nach grober Schätzung müsse man mit „bis zu 200 Besuchern pro Tag“ rechnen - „zuzüglich besonderer Veranstaltungstage.“ Es sei noch offen, ob der Standort tatsächlich zum Tragen komme.

Da könnte möglicherweise Phoenix-West eine interessante Alternative werden. Die Stadt hat die Aufmerksamkeit der Kletterfreunde auf die alte Gasgebläsehalle gelenkt. Genauer: auf jenen Teil der Halle, deren Dach im Winter 2010 eingebrochen ist. Der Platz ist bis auf die Fundamente geräumt. Auf ihnen, so Vorschlag aus der Stadtverwaltung, ließe sich ein Kletterturm bauen, der an den bestehenden Teil der Gasgebläsehalle andockt. „Dann müsste allerdings der Bebauungsplan geändert werden“, sagt DAV-Vorsitzender Domjahn. Darin wird die Gasgebläsehalle als „Sondergebiet Technologie“ festgesetzt. Dennoch: Das sei keine unüberwindbare Hürde,  heißt es bei der Landentwicklungsgesellschaft NRW-Urban, die Phoenix-West vermarktet. Schließlich befinde sich der Bebauungsplan noch in der Aufstellung und sei somit noch nicht rechtskräftig.

Über den weiteren Standortvorschlag, ein Grundstück auf der „Zeche Crone“ in Wellinghofen, hat man sich beim DAV noch kein exaktes Bild verschafft. „Ich weiß nicht, ob es inzwischen Gespräche mit dem Eigentümer gegeben hat“, sagt Domjahn. „Wir möchten mit unserem Projekt auf jeden Fall im Bereich des Stadtbezirks Hörde bleiben.“

Zwar haben nach Angaben von Domjahn in den zurückliegenden Wochen einige Projektentwickler ihre Dienste angeboten. Die DAV-Vorstände haben sich artig bedankt – setzen aber lieber auf das Wissen und die Erfahrung  ihrer Zentrale in München. „Der DAV verfügt über eine Expertise von rund 170 Kletterhallen“, betont Domjahn.

Hördes Bezirksbürgermeister Sascha Hilgeris (SPD) steht den Plänen aufgeschlossen, aber auch abwartend gegenüber. Er finde auch, ein Kletterturm könne eine „gute Ergänzung“ für das Goethe-Gymnasium sein. Sollte sich das Projekt Kletterhalle auf diesen Standort konzentrieren, wünscht sich Hilgeris, „dass wir auch die Entwicklung des alten Feuerwachen-Geländes an der Wellinghofer Straße in die Gesamtbetrachtung einbeziehen.“ Dort sollen nach den Vorstellungen der Stadt Wohnungen entstehen – wir berichteten.

Kosten: rund vier Millionen Euro

Der Standort Phoenix-West sei „im Grundsatz gut“, sagt Hilgeris. Eine Kletterhalle mit zusätzlichen Sportangeboten wie etwa Gymnastik könne für die weitere Entwicklung von Phoenix-West „zu einem weichen Standortfaktor“ werden. Bei der Erschließung sehe er keine Probleme, Besucher könnten die Kletterhalle über die B54 und über die Konrad-Adenauer-Allee anfahren.

Nach den gescheiterten Umbauvorhaben im Gasometer veranschlagt der DAV nunmehr rund vier Millionen Euro Kosten für den Bau seiner Kletterhalle. Sie soll unter anderem aus Mitteln der Sportförderung finanziert werden. „Wir möchten möglichst vor Olympias 2020 eröffnen“, sagt DAV-Vorsitzender Domjahn. Anfang September folgen die nächsten Gespräche mit der Stadt. Die möchte sich mit Blick auf „laufende Gespräche“ zurzeit nicht äußern.

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