Wer den Autoführerschein machen möchte, hat in Dortmund die Qual der Wahl. Die Auswahl an Fahrschulen ist groß, und die Preisunterschiede sind riesig. Doch es geht um mehr als nur Kosten.

von Johanna Eller, Isabelle vom Dahl, Rebekka Wölky

Dortmund

, 09.09.2018, 05:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Maria Kellermann ist 17 Jahre alt und macht gerade ihren Führerschein der Klasse B bei einer Dortmunder Fahrschule. Bisher hat sie vieles mit Bus und Bahn erledigt. Bald, wenn sie 18 Jahr alt wird, möchte sie aber einen Führerschein haben. „Man ist viel flexibler, die öffentlichen Verkehrsmittel kommen ja oft zu spät oder auch mal gar nicht. Und auch für den Beruf ist ein Führerschein oft Voraussetzung und bei Bewerbungen von Vorteil“, sagt sie.

Die Fahrschule Gerlach ist die zweite Fahrschule, bei der sie angemeldet ist. „Bei der ersten war ich nicht zufrieden. Ich habe kaum Fahrstunden bekommen und auch viel zu unregelmäßig. Manchmal durfte ich nur 30 statt 45 Minuten lang fahren, mein Fahrlehrer kam zu spät oder gar nicht.“ Auf die Empfehlung ihrer Freunde hin hat sie sich dann die Fahrschule gewechselt und ist seitdem sehr zufrieden. „Die Fahrlehrer sind nett, ich wohne in der Nähe und fast alle meine Freunde sind auch dort angemeldet“, sagt sie.

Tipp: Der erste Eindruck zählt

Was bei der Wahl der Fahrschule besonders wichtig ist, weiß Tobias Scheffel, Sprecher des ADAC Westfalen. „Vor allem auf Transparenz und Offenheit in den Fahrschulen sollte man achten. Ein gutes Zeichen ist, wenn sich der Fahrlehrer bereits im Beratungsgespräch Zeit für die Schüler nimmt“, sagt er. Durch ein solches ausführliches Beratungsgespräch könne man versteckte Kosten am besten vermeiden.

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Bei unserem Preisvergleich kristallisieren sich bei den unterschiedlichen Fahrschulen Kostenunterschiede von bis zu 800 Euro heraus. Allgemein sollten die Kosten aber nicht der wichtigste Entscheidungsfaktor sein, sagen Experten. Und das weiß auch Maria: „Mein Tipp an alle, die noch auf der Suche nach einer Fahrschule sind, ist, sich auf keinen Fall von billigen Preisen beeinflussen zu lassen. Ich jedenfalls habe mich davon leiten lassen und schlechte Erfahrungen gemacht. Was billig war, muss nicht unbedingt gut sein.“

Wenn das Fahrschulgebäude, das Auto und das Auftreten vom Fahrlehrer einen gepflegten Eindruck hinterlassen, spricht das auch laut Scheffel eher für eine Fahrschule, als ein niedriger Preis.

Tipp: Die ADAC-Fahrschul-Checkliste nutzen

In diesem Jahr werden in Dortmund knapp 5000 junge Menschen entweder 17 oder 18 Jahre alt - und sind potenzielle Kandidaten für einen Führerschein. Damit sie nach Beginn ihrer Ausbildung keine böse Überraschung erleben und richtig auf die Prüfung vorbereitet werden, empfiehlt der ADAC, sich vorab folgende Fragen zu stellen:

  • Ist das Auftreten der Fahrschule seriös, informativ und kommunikativ? Auch im Internet?
  • Ist die Werbung eventuell reißerisch? Verspricht sie das Unmögliche möglich zu machen?
  • Wie geht man in der Fahrschule mit konstruktiver Kritik um? Sind Bewertungen von Fahrschülern öffentlich zugänglich?
  • Ist die Fahrschule in ansprechenden und sauberen Räumen untergebracht?
  • Sind die Schulungsfahrzeuge gepflegt?
  • Treten die Mitarbeiter höflich, kompetent und verbindlich auf? Ist die Atmosphäre angenehm und freundlich?
  • Werden Termine eingehalten?
  • Gibt es feste Bürozeiten? Ist eine umfassende telefonische Beratung möglich?
  • Ist die Fahrschule Mitglied in einem Fahrlehrerverband? Dieser versorgt seine Mitglieder regelmäßig mit neuen Infos.

Auch ein gut nachvollziehbarer Unterrichtsplan und die Möglichkeit, in den Theorieunterricht hineinzuschnuppern, sprechen laut ADAC für eine Fahrschule. Und nicht nur der Unterricht, sondern auch der Fahrlehrer selbst sollte zum Fahrschüler passen. Ist eine Fahrschule seriös, schließt sie vor Ausbildungsbeginn außerdem mit jedem Schüler einen schriftlichen Vertrag ab.

Tipp: Die Kosten im Blick behalten

Obwohl ein günstiger Preis nicht automatisch für die Qualität der Fahrschule spricht, ist es wichtig, die Kosten für den Führerschein von Anfang an im Blick zu behalten. Sie setzen sich aus Grundbetrag, Fahrstunden, Lehrmaterial und Prüfungsgebühren zusammen. „In Großstädten wie Dortmund ist eine Fahrstundenanzahl oberhalb von 40 Stunden normal“, sagt Friedel Thiele, Geschäftsführer des Fahrlehrer-Verbands Westfalen. „Aus der Erfahrung kann man sagen, dass der Führerschein insgesamt nicht unter 2000 Euro kostet. Bei einer entsprechend wirtschaftlichen Kalkulation dürfte heute eine Fahrstunde nicht mehr unter 40 Euro zu haben sein“, betont Thiele.

Die Kosten für die Führerscheinklasse B setzten sich aus folgenden Punkten zusammen:

  • Grundgebühr: Gebühr für Verwaltung und theoretischen Unterricht (14 mal 90-minütige Unterrichtseinheit)
  • Fahrstunden: Sonderfahrten (12 Stunden: 5 Überlandfahrten, 4 Autobahnfahrten und 3 Nachtfahrten) und normale Fahrten, bei denen die Stundenanzahl sich von Fahrschüler zu Fahrschüler unterscheiden kann, durchschnittlich aber bei 28 Stunden liegt. Eine Fahrstunde dauert im Normalfall 45 Minuten.
  • Zugang zu Lehrmaterialien, zum Beispiel Führerschein-Apps und Onlinematerial.
  • Vorstellung zur theoretischen Prüfung samt 22,49 Euro hohe TÜV-Gebühr
  • Vorstellung zur praktischen Prüfung samt 91,75 Euro hohe TÜV-Gebühr
  • Dazu können Kosten für einen Sehtest, einen Erste-Hilfe-Kurs kommen.

Tipp: Führerscheinantrag rechtzeitig stellen

Der Führerschein muss beim Straßenverkehrsamt beantragt werden. Erst, wenn der Antrag bearbeitet wurde, darf der Schüler eine Fahrprüfung antreten. Den Führerscheinantrag sollte man also rechtzeitig stellen. Oft übernimmt die Fahrschule das Stellen des Antrags. Dafür benötigt sie folgende Dokumente vom Fahrschüler:

  • einen gültigen Pass oder Personalausweis
  • Passbilder
  • Bescheinigung über die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs
  • Sehtest-Bescheinigung (nicht älter als 2 Jahre). Aktuell kostet ein Sehtest ab 6,43 Euro.
  • Es fallen Straßenverkehrsamtsgebühren an, aktuell in Höhe von 42,60 Euro.

Der große Preisvergleich

►►► Wir haben in den einzelnen Stadtbezirken die einzelnen Fahrschulen und ihre Preise miteinander verglichen. Unter folgenden Links finden Sie alle wichtigen Informationen zu den Fahrschulen in Ihrem Stadtbezirk. Klicken Sie auf Aplerbeck, Brackel, Eving, Hombruch, Hörde, Huckarde, Lütgendortmund, Mengede, Mitte, Scharnhorst.

Hinweis: Die hier angegebenen Preise stammen aus Prospekten und von den Internetseiten der Fahrschulen oder sind direkt in den Fahrschulen zwischen Mitte Juli und Mitte August 2018 telefonisch erfragt worden. Für die Richtigkeit der Preisangaben übernehmen wir keine Gewähr. Einzelne Fahrschulen, die wir in diesem Zeitraum nicht erreicht haben, tauchen in der Liste nicht auf.

Hier finden Sie das Ranking von 49 Fahrschulen aus Dortmund, einige sind in mehreren Stadtteilen vertreten.

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