Als Karel Gott im Westfalenstadion vor der Südtribüne stand

rnErinnerungen an Schlagerstar

Der tschechische Schlagerstar Karel Gott ist im Alter von 80 Jahren gestorben. In der Redaktion weckt das viele Erinnerungen. Eine davon hat mit der Südtribüne im Stadion des BVB zu tun.

Dortmund

, 02.10.2019, 13:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vermutlich kann sich das jemand, der unter 30 ist, nur schwer vorstellen. Aber Karel Gott gehört für Generationen von Menschen zum kollektiven Musik-Bewusstsein.

In dieser Redaktion gibt es den einen Kollegen, der als Jugendlicher mit einem Mikrofon vor dem Radio saß und Karel Gott aus der Schlagerparade aufnahm. Häufig unterbrochen von der Stimme seines Vaters, der nach dem Autoschlüssel fragte.

Und es gibt so Leute wie mich, die viele Kindheitserinnerungen an Karel Gott haben. Da war der Name. Ich meine: Der Mann heißt Gott! Wie kann man das nicht beeindruckend finden? Und da war die Biene Maja und der erste Ohrwurm meines Lebens. Ja genau, liebe Kinder, das Lied hat nicht immer Helene Fischer gesungen.

BVB-Musik-Sünde oder heimlicher Wegbereiter für Maskottchen Emma?

Schließlich ist da noch der 6.4.1996. Der Tag, an dem Karel Gott im Westfalenstadion vor und ich auf der Südtribüne stand. Vor dem Spiel gegen Werder Bremen sang er den „offiziellen Song zur Saison 1996“ (so stand es auf dem CD-Cover). Besser gesagt: Er wollte ihn singen. Das Pfeifkonzert, das den tapferen Schlagerbarden begleitete, war ohrenbetäubend.

Gott hatte gemeinsam mit Ex-Spieler und Stadionsprecher Norbert Dickel den Biene-Maja-Song umgedichtet und ihm BVB-affine Textzeilen verpasst. „Wir sind alle schwarzgelb wie die Biene Maja“, hieß es dann dort. Eine Steilvorlage für alle Schalke- oder Bochum-Fans - und für den damals noch jungen und frechen Stefan Raab.

Vielen BVB-Fans gilt das Lied bis heute als eine der größten musikalischen Sünden, die je im Namen dieses Vereins begangen wurden. Das will schon was heißen. Selbst Co-Autor Nobby Dickel gab einmal in einem Interview zu Protokoll, dass er froh sei, „dass es nicht mehr so oft gespielt wird“.

Die Kollegen der ARD-Sportschau haben eine Version des Liedes in voller Länge aus dem Archiv ausgegraben (Link auf das Video im Tweet).

Danke für die Erinnerungen

23 Jahre später ist eine Biene (Emma, nicht Maja) das offizielle Maskottchen des BVB. Geschichte, du alter Spaßvogel. Vielleicht wäre es eine gute Geste, wenn die BVB-Fans beim Champions-League-Gastspiel in Prag, Gotts Heimatstadt, am Mittwoch zumindest kurz den alten Schlager von 1996 anstimmen.

Anlässlich von Karel Gotts Tod kondoliert das halbe Internet. Viele können sich dabei natürlich die „Gott ist tot“-Nietzsche-Witzchen nicht verkneifen. Ich sage, ganz ironiefrei: Danke für ein paar wirklich gute Erinnerungen.

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