Der alte Disko-Standort hat im Laufe der Jahre viele Clubs kommen und gehen sehen. Dieses Foto entstand 2008. © Nils Foltynowicz (Archivbild)
Nach jahrelangem Leerstand

Alte Disko in Dortmunds City soll neu vermietet werden

Seit Jahren wird an einem traditionsreichen Disko-Standort mitten in Dortmund nicht mehr getanzt. Jetzt kommt Bewegung in die Suche nach einem neuen Mieter.

Was diese Räume einmal waren, sieht man sofort: Auf dem Boden liegen Bierflaschen, die Kühlschränke hinter dem Tresen sind teilweise gefüllt, in der Garderobe hängen Kleiderhaken. Doch getanzt wird hier seit Jahren nicht mehr.

Der 200 Quadratmeter große Keller unterhalb des Westenhellwegs 136 hat eine lange Geschichte als Nachtleben-Standort: Um die Jahrtausendwende war er die Heimat der Oldi-Disko „Penny Lane“, danach lockten die Clubs „Wohnzimmer“ und „Nachtgalerie“ jüngeres Publikum an.

Im Keller des Westenhellwegs 136 war die Diskothek Nachtgalerie angesiedelt.
Im Keller des Westenhellwegs 136 war die Diskothek Nachtgalerie angesiedelt. © Robin Albers © Robin Albers

Zuletzt versuchte sich der „Basement Club“ mit einem etwas kuriosen Schwerpunkt auf griechische Jugendliche – offensichtlich erfolglos, wie neue Besitzer des Gebäudes am Westenhellweg 136, Erkan Özer, berichtet. „Seit mindestens drei Jahren“ stehe die Disko leer.

Özer will dem Leerstand der Räume ein Ende bereiten. Er bietet die alte Disko seit Kurzem im Internet zur Vermietung an: für 1500 Euro plus 600 Euro Nebenkosten.

Dass dort jemals wieder Menschen tanzen, ist aber sehr unwahrscheinlich. Die erneute Vermietung an einen Club-Besitzer möchte Özer nicht ausschließen, allerdings „sind 14 Wohnungen darüber, die Mieter darf man auch nicht belästigen.“ Auch zweifelt er, dass ein neuer Club überhaupt von der Stadt genehmigt werden würde.

Özer hat die alte Disko deshalb als Lager inseriert. Falls sich ein Mieter für die ebenfalls leerstehende Ladenfläche über dem Keller finden sollte, könnte die alte Tanzfläche auch gleich mitgemietet werden.

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Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel