Erste Einblicke: Am Borsigplatz entstehen 800 neue Wohnungen

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Das Borsigplatz-Viertel bekommt Zuwachs: Auf einem Teil der Westfalenhütte soll ein großes neues Stadtquartier mit 800 Wohnungen entstehen. Jetzt gibt es erstmals konkrete Ansichten dazu.

Dortmund, Nordstadt

, 23.04.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie eine Landzunge ragt der südwestliche Zipfel der Westfalenhütte ins Borsigplatz-Viertel, eingezwängt zwischen dem Wohnquartier an der Stahlwerkstraße und der Bahnlinie in Richtung Münster. Es ist ein idealer Platz für eine Erweiterung des Borsigplatz-Quartiers. Jetzt gibt es dafür erstmals konkrete Pläne.

Dabei steht Wohnen im Mittelpunkt: Rund 800 neue Wohnungen sollen in Mehrfamilienhäusern entstehen, mindestens ein Viertel davon mit öffentlicher Förderung entsprechend der 25-Prozent-Regelung der Stadt.

Dazu kommen frei finanzierte Wohnungen und Eigentumswohnungen. So sehen es die Pläne des Investoren-Konsortiums vor, das die Fläche von Thyssen-Krupp übernehmen will.

Entwickler wollen 210 Millionen Euro investieren

Es wird gebildet aus dem Projektentwickler Bpd Bouwfonds property development und der Immobilien-Investmentgesellschaft ImmoWerk, die nach eigenen Angaben gut 210 Millionen Euro investieren wollen.

Die Pläne dazu wurden in den vergangenen Monaten mit der Planungsverwaltung der Stadt abgestimmt, die auf dieser Basis nun das schon 2008 gestartete Bebauungsplan-Verfahren fortsetzt.

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Die konkreten Entwürfe kommen aus dem Architekturbüro, das vor 14 Jahren auch schon den Masterplan für die Gesamtentwicklung der Westfalenhütte geliefert hat - das Büro Stahm aus Braunschweig.

Autoarmes Wohnquartier

Das Konzept sieht ein Wohnquartier mit viel Grün und Wasserachsen vor. Es ist nicht autofrei, aber „autoarm“. Denn durch die Einbindung ins Borsigplatz-Quartier gibt es nicht nur eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr mit Bussen und der Stadtbahnlinie U44.

Es soll, so die Ankündigung der Stadt, auch „attraktive Angebote für die Nahmobilität wie Car-Sharing, E-Mobil-Stationen und Fahrrad-Leihstationen“ geben.

Das neue Stadtquartier auf dem Südwest-Zipfel der Westfalenhütte im Überblick: Neben 800 Wohnungen sollen hier auch eine Grundschule, Kitas und ein Supermarkt entstehen. Rechts schließt sich die bestehende Wohnquartier an der Stahlwerkstraße an, oben rechts ist die alte Hoesch-Verwaltung mit dem Hoeschmuseum zu sehen. Links oben liegt jenseits der Bahnlinie das Gewerbegebiet an der Bornstraße/Ravensberger Straße.

Das neue Stadtquartier auf dem Südwest-Zipfel der Westfalenhütte im Überblick: Neben 800 Wohnungen sollen hier auch eine Grundschule, Kitas und ein Supermarkt entstehen. Rechts schließt sich die bestehende Wohnquartier an der Stahlwerkstraße an, oben rechts ist die alte Hoesch-Verwaltung mit dem Hoeschmuseum zu sehen. Links oben liegt jenseits der Bahnlinie das Gewerbegebiet an der Bornstraße/Ravensberger Straße. © Stahm

Nicht zuletzt sollen in dem neuen Quartier auch ein Supermarkt, eine neue Grundschule und mindestens eine neue Kita entstehen.

„Durch die geplante Entwicklung an der Stahlwerkstraße wird nicht nur dringend benötigter Wohnraum geschaffen, mit neuen Nahversorgungseinrichtungen sowie einer neuen Grundschule und einem neuen Kindergarten entsteht eine ideale Ergänzung für das Borsigviertel“, ist Planungsdezernent Ludger Wilde überzeugt.

Das früher für die Öffentlichkeit nie zugängliche Gebiet werde zum idealen Rahmen für Familien.

Viel Grün soll das neue Stadtquartier auf der Westfalenhütte prägen.

Viel Grün soll das neue Stadtquartier auf der Westfalenhütte prägen. © Stahm

Das freut auch Nordstadt-Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder. „Das Projekt ist eine große Chance für die Entwicklung des Quartiers und der ganzen Nordstadt“, erklärt er.

Dabei hofft er, dass sich für die Vermietung der neuen Wohnungen möglichst bewährte lokale Vermieter finden. Mehrere Dortmunder Wohnungsunternehmen haben bereits ihr Interesse an einem Engagement gezeigt.

Viel Platz für Freiraum

Jörder setzt auch auf eine „gute Balance“ zwischen dichter Bebauung und „Freiräumen“. Tatsächlich spielt Grün eine große Rolle bei der Entwicklung des neuen Quartiers.

Ein Teil des Parkplatzes vor der alten Hoesch-Verwaltung und dem Hoeschmuseum an der Eberhardtstraße soll sich in einen Stadtteilpark mit Spielangeboten verwandeln. Zwei Grünachsen durch das und neben dem neuen Quartier schließen sich an den „Grünen Ring“ an, der rund um die Westfalenhütte entstehen soll.

Das neue Wohnquartier grenzt an den grünen Ring, der sich über die Westfalenhütte ziehen soll.

Das neue Wohnquartier grenzt an den grünen Ring, der sich über die Westfalenhütte ziehen soll. © Stahm

„Mehr als 30 Hektar neue öffentliche Grünflächen werden in direkter Nachbarschaft Erholungs-, Spiel- und Sportmöglichkeiten bieten, verbunden über eine grüne, mit Wasser gestaltete Achse“, erklären die Planer. „Eine Fuß- und Radwegeverbindung führt aus dem Ringpark über das Quartier in wenigen Minuten bis in die City.“

Noch-Eigentümer Thyssen-Krupp will nun zunächst die Flächen aufbereiten und dazu die bestehende alte Industriehalle abreißen lassen. Die Stadt treibt das Bebauungsplan-Verfahren voran. 2022/23, so heißt es in der Ankündigung, könnten dann die ersten Neubauten starten.

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