Am Borsigplatz tut sich was: Darum kauft die Stadt Dortmund Grundstücke und Immobilien

rnDortmunder Nordstadt

Seit der Schließung 2012 steht die frühere Edeka-Filiale am Borsigplatz leer. Nun hat die Stadt das Grundstück mit dem gesamten Gebäudekomplex ersteigert. Wir verraten, was sie damit vorhat.

Dortmund

, 15.08.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer am Borsigplatz wohnt, muss für den Einkauf seiner Lebensmittel einen fahrbaren Untersatz haben oder gut zu Fuß sein. Seit der Edeka-Laden 2012 dicht gemacht wurde, sind die Anwohner gezwungen, für größere Einkäufe bis zur Borsigstraße zu fahren oder eben zu laufen. Einen Discounter unmittelbar am Borsigplatz gibt es nicht.

Im Planungsamt der Stadt hatte man lange die Hoffnung, die Eigentümergemeinschaft der Immobilie werde das Ladenlokal irgendwann umbauen und neu beleben. Nun hat das Warten auf den Sankt Nimmerleinstag ein Ende gefunden: Die Stadt hat den Immobilienkomplex bei einer Zwangsversteigerung selbst gekauft. Sie schmiedet nun eigene Pläne.

„Städtebaulicher Missstand“

„Wir haben die Chance gesehen, einen städtebaulichen Missstand zu beseitigen“, sagt Deniz Ergüzel aus der städtischen Liegenschaftsverwaltung. „Deshalb haben wir zugegriffen.“ Konkret hat die Stadt die Grundstücke mit dem Gebäudekomplex Borsigstraße 5, 5a und 5b sowie Oestermärsch 74 und 76 übernommen. Alles in allem eine rund 3000 Quadratmeter große Grundstücksfläche.

Am Borsigplatz tut sich was: Darum kauft die Stadt Dortmund Grundstücke und Immobilien

Die blau umrandete Fläche links markiert das städtische Grundstück an der Stahlwerkstraße, die grün umrandete die von der Stadt hinzugekauften Grundstücke an Borsigplatz und Oestermärsch. © Stadt Dortmund

Während der alte Edeka-Markt im Erdgeschoss leersteht, sind andere Teile des Gebäudes vermietet. In den oberen Geschossen beispielsweise befinden sich eine Arztpraxis und im Erdgeschoss des Gebäudes Borsigplatz 5 ein türkischer Imbiss. „Die Mietverträge bleiben bestehen“, sagt Liegenschaftler Ergüzel. Der Komplex selber in der jetzigen Form allerdings nicht. Die Stadt hat einiges vor.

Neue Kita mit bis zu 150 Plätzen

Die hinzugekauften Grundstücke grenzen in ihrer rückwärtigen Lage an ein 2.500 Quadratmeter großes Areal an der Stahlwerkstraße 25a, das ohnehin schon in städtischer Hand liegt. Dort steht ein Jugendzentrum. Der Erwerb der „neuen“ Grundstücke gibt der Stadt nun die Chance, die verschiedenen Flächen zu einer städtebaulichen Einheit zusammenzufügen und dort eine dringend benötige Kindertagesstätte zu bauen.

Bislang war das nicht möglich. „Uns fehlten die Ausbauflächen“, sagt Ergüzel. Die hat sich die Stadt nun beschafft. Angedacht ist nach Angaben von Ergüzel eine achtzügige Tageseinrichtung (TEK) für bis zu 150 Kinder im Alter von über und unter drei Jahren. Das ist auch bitter notwendig: Es mangelt an Kitaplätzen. Ende 2018 lag die Versorgungsquote in der nördlichen Innenstadt für Kinder unter drei Jahren bei 23,8 Prozent, für Kinder über drei Jahren bei 85,3 Prozent.

Auch ein Lebensmittelgeschäft kommt in Betracht

Dabei ist der Kita-Bau nicht das einzige Vorhaben. Der Stadt schwebt vor, die vorhandenen Immobilien umzubauen und dem verlassenen Edeka-Laden neu zu nutzen. Auf welche Weise, bleibt vorläufig offen. Nach Angaben von Ergüzel kommt der Bau einer neuen Seniorenbegegnungsstätte ebenso in Betracht wie die Eröffnung eines Lebensmittelladens durch einen externen Betreiber.

Der Markt der Möglichkeiten jedenfalls ist eröffnet – und soll im nächsten Schritt durch „eine Machbarkeitsstudie“ beleuchtet werden, die sowohl den Bedarf der Stadt als auch die Wünsche der Mieter aufgreift. „Unser Ziel ist es, den Bereich möglichst im Einvernehmen mit den Mietern neu zu gestalten“, erklärt Liegenschaftler Ergüzel.

Mitte 2020 sollen die Ergebnisse der Studie vorliegen. Im Anschluss daran wird ein Zeitplan erstellt. Spätestens dann soll geklärt sein, ob es sich noch lohnt, das frühere Ladenlokal zu sanieren – oder gleich von Grund auf neu zu bauen. Die persönliche Prognose von Ergüzel: „Vermutlich wird es eher auf einen Umbau hinauslaufen.“ Vorsichtshalber bittet die Stadt schon mal um Geduld. Der bauliche Zustand des ehemaligen Supermarktes lasse eine „kurzfristige Nutzung“ nicht zu, heißt es bei den Liegenschaftlern.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt