Am Einkaufszentrum an der Hagener Straße gibt es Diskussionen über die Parkplätze

rnFair Parken

Wer am Einkaufszentrum an der Hagener Straße 148 parkt, muss aufpassen, wo er genau steht. Und an die Parkscheibe denken. Sonst wird‘s teuer.

Kirchhörde

, 17.09.2018, 11:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Einkaufszentrum zwischen Brünninghausen und Kirchhörde ist täglich ein Magnet für Tausende. Hier gibt es zwei Lebensmittelmärkte (Aldi und Rewe), einen Drogeriemarkt (dm), eine Waschstraße und gleich drei große Autohäuser. Entsprechend begehrt sind Parkplätze.

Laut der Einzelhändler vor Ort nutzen nicht nur Kunden die Parkplätze. Das führe zu Unzufriedenheit bei den Kunden und zu Umsatzeinbußen.

„Fair Parken“ kontrolliert seit Anfang August

Das „Fair-Parken“-Schild steht an der Einfahrt zu Aldi, dm und dem Autohaus FCA Motor Village, das aber eigene Kundenparkplätze ausweist. Sandra Merckens-Horn sagt als Gebietsverantwortliche für dm: „Wir möchten unseren Kunden ausreichend Kundenparkplätze zur Verfügung stellen. Der Parkplatz in der Hagener Straße 148 wurde unrechtmäßig von einigen Dauerparkern genutzt.“

Gemeinsam mit dem Vermieter und Aldi sei im August 2018 „Fair Parken“ beauftragt worden. „Die Rückmeldungen unserer Kunden sind positiv, da nun ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen“, sagt Sandra Merckens-Horn.

„Für alle Beteiligten die einfachste und kostengünstigste Lösung.“

Seit etwa zwei Jahren ist das Schild von „Fair Parken“ immer häufiger an Supermarkt-Parkplätzen in Dortmund zu sehen. Mitarbeiter der Düsseldorfer Firma kontrollieren, ob jedes Auto auf dem Parkplatz eine Parkscheibe ausgelegt hat.

„Um die rechtmäßigen Parker von Fremdparkern auf Supermarktparkplätzen zu unterscheiden, ist die Parkscheibe im Rahmen der Parkraumüberwachung aus unserer Sicht die für alle Beteiligten einfachste und kostengünstigste Lösung“, sagt „Fair Parken“-Sprecherin Sabine Klaas über das Vorgehen.

Fehlt die Parkscheibe oder überschreitet man die Höchstparkdauer von 90 Minuten, stellen die Mitarbeiter einen Zahlschein für eine „Vertragsstrafe“ über 24,90 Euro aus. Das Vorgehen ist rechtskonform, weil es um private Parkplätze geht. Wer auf das Gelände fährt, geht einen Vertrag ein.

Manche Kunden kritisieren „horrende Forderungen“

Das sorgt gerade dort, wo es neu ist, fast immer für Diskussionen. Eine Kirchhörderin äußert gegenüber dieser Redaktion Kritik an dem System mit „horrenden Forderungen eines unseriösen Unternehmens“.

Es gebe es auch andere Lösungen wie Parkticketsysteme, bei denen die erste halbe Stunde kostenlos ist oder wo die beteiligten Unternehmen bei einem Kauf das Parkticket freischalten. „Die Bürger von Dortmund sollten vor solchen Bauernfängern geschützt werden“, sagt die Frau.

„Fair Parken“-Sprecherin Sabine Klaas sagt auf Anfrage: „Es gibt eine schrittweise Einführung der Parkraumüberwachung.“ So seien zunächst eine Woche lang kostenfreie Hinweiszettel verteilt worden, um die Parkplatznutzer über die Regelung zu informieren. Anschließend sei eine Woche lang der reduzierte Betrag in Höhe von 9,90 Euro erhoben worden.

„In einem nächsten Schritt werden für einen bestimmten Zeitraum die Autofahrer auf begangene Regelwidrigkeiten aufmerksam gemacht und über die zukünftig bei Verstößen erhobenen Vertragsstrafen informiert. Weitere Maßnahmen seien die Verteilung von kostenlosen Parkscheiben und Informationen durch geschulte Mitarbeiter.

Unternehmen verweist auf „kulante Stornierungsregelung“

„Wenn Mitarbeiter sehen sollten, dass ein Autofahrer vergisst, die Parkscheibe einzulegen, weisen sie ihn darauf hin“, sagt Sabine Klaas. Es gebe zudem eine „kulante Stornierungsregelung“, falls Kunden vergessen, die die Parkscheibe einzulegen.

„Wenn der betroffene Fahrer nachweisen kann, dass sie oder er zum entsprechenden Zeitpunkt einkaufen war, gibt es klare Kulanzregelungen. Als Nachweis gilt zum Beispiel ein Kassenbeleg des Einkaufs.“

Viele Verkehrsschilder am Geschäftszentrum Hagener Straße

Das Schild mit der Geschäftsordnung an der Einfahrt ist sichtbar, kann aber neben Firmenlogos und Verkehrszeichen auch schnell übersehen werden. Auf dem benachbarten Rewe-Parkplatz gelten ebenfalls Parkscheibenpflicht und 90-Minuten-Regel. Statt mit einer „Vertragsstrafe“ wird hier mit Abschleppen gedroht.

Ohnehin fällt auf: Dafür, dass das hier die Haupteinkaufsmöglichkeit für viele Kirchhörder und Brünninghausener ist, geht es auf dem gesamten Areal mit einem guten Dutzend verschiedener Hinweisschilder ziemlich unübersichtlich zu.

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