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Am späten Abend fühlt sich Brechten abgehängt

rnStadtbahnlinie U41

Brechtener monieren, dass nach 22 Uhr nur noch jede halbe Stunde eine Stadtbahn über die Haltestelle Grävingholz hinaus fährt. Es ist nicht die einzige Kritik an DSW 21.

Brechten

, 12.11.2018 / Lesedauer: 3 min

In die Lage einer Verkäuferin oder eines Beschäftigten in der Gastronomie, die nach 22 Uhr aus der Innenstadt nach Brechten zu ihrer Familie möchten, versetzten sich jetzt Mitglieder der Bezirksvertretung Eving.

Die Beschäftigten müssen dann in der City eine halbe Stunde warten, bis wieder eine Stadtbahn kommt, die nicht nur bis Grävingholz, sondern nach Brechten und Brambauer durchfährt. Das soll sich ändern.

Maximal 35 Fahrgäste - zu wenig für 10-Minuten-Takt

Um über Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr zu sprechen, hatten die Lokalpolitiker auf Antrag der SPD-Fraktion einen Vertreter von DSW 21 in die Sitzung der Bezirksvertretung eingeladen. Verkehrsplaner Lars Hirschfeld räumte ein, dass der 30-Minuten-Takt nach 22 Uhr den Ortsteil Brechten ein stückweit unattraktiv mache.

„Aber die Bahnen sind abends auch sehr leer. Wir haben uns deshalb mal angeschaut, ob sich ein 10-Minuten-Takt lohnt. Das tut er nicht. Es gab maximal 35 Fahrgäste – was wirklich relativ wenig ist“, sagte Hirschfeld.

Sonderfahrplan bei BVB-Spielen

Mehr Züge, die am späten Abend noch nach Brechten fahren, würden deutlich mehr Kosten verursachen. „Wenn der BVB abends spielt, gilt aber bereits ein Sonderfahrplan. Dann gibt es keine ‚Kehrtwenden‘ ab Grävingholz“, so Hirschfeld. Genau das hätte er den Politikern wohl besser nicht gesagt. SPD-Fraktionschefin Gabi Hammacher entgegnete sofort: „Wir haben nicht nur den BVB. Es gibt zig Abendveranstaltungen in der City.“

Auf veränderte Arbeitszeiten reagieren

Generell, so stellten die Bezirksvertreter und -vertreterinnen fest, hätten sich die Zeitfenster verschoben. Der Öffentliche Nahverkehr müsse auf die veränderten Arbeitszeiten und auf verändertes Freizeitverhalten reagieren. „Auf mittlere Sicht“, so Hammacher, „wird sich etwas ändern müssen. Vielleicht lassen sich Fahrten umverteilen.“

Das regte auch Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD) an: „Wir sehen, dass immer mehr Menschen auf den Öffentlichen Personen-Nahverkehr umsteigen. Das ist gut – und dann kann es nicht sein, dass sie kein Personal und keinen ausreichenden Fuhrpark haben.“

Überfüllte Busse und Bahnen

Immer wieder hören die Lokalpolitiker auch, dass vor Schulbeginn morgens im Stadtbezirk die Busse für die vielen Schüler nicht ausreichen würden und überfüllt seien. „In ganz Dortmund sind die Busse voll. Es gibt zusätzliche Einsatzwagen und wir haben keine Meldung darüber, dass es nicht reicht. Wir wissen aber, dass es eng ist“, sagte Lars Hirschfeld.

Laut CDU-Fraktionsvorsitzender Petra Frommeyer soll es in Richtung Brambauer vorgekommen sein, dass Bahnen so überlastet waren, dass Fahrer an den Haltestellen in Brechten erst gar nicht die Türen öffneten. „Davon habe ich noch nichts gehört. Wir werden das überprüfen“, meinte Lars Hirschfeld dazu und sagte abschließend: „Wir werden schauen, wie wir Kapazitäten da schaffen können, wo sie gebraucht werden. Es gibt auch Bereiche, wo die Nachfrage rückläufig ist.“

Haltestelle soll näher ans Seniorenheim

Zwei konkrete Anregungen durfte der Verkehrsplaner auch noch mit in sein Unternehmen nehmen:

  • An der Bushaltestelle Alter Heideweg an der Kemminghauser-/Brechtener Straße ist die Fahrbahn extrem ausgefurcht. „Da müsste dringend etwas gemacht werden“, riet Sozialdemokrat Peter Wieseler.
  • Im Neubaugebiet Brechtener Heide wünscht sich die CDU, dass die Haltestelle Nelly-Sachs-Straße näher an das Seniorenheim verlegt wird. „Die Straße dort ist ja nicht ausgebaut, eine Verlegung würde den Senioren mit Rollatoren sehr helfen“, sagte Petra Frommeyer.
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