Wo früher die Neuapostolische Kirche stand, soll nun ein Bürogebäude hin. © RN
Neubau an der B1

An der B1 entsteht ein neues Bürogebäude – für ganz spezielle Mieter

Bald soll Baustart sein: Die B1 bekommt eine neue Büroimmobilie an prominenter Stelle. Wer sich dort niederlassen möchte, muss jedoch eine bestimmte Voraussetzung erfüllen.

Autofahrer, die in westlicher Richtung auf der B1 in Dortmund unterwegs sind, dürften es inzwischen bemerkt haben: In enger Nachbarschaft zum Autohaus Hülpert, kurz vor der Kreuzung Ophoff, tut sich aktuell eine neue Baulücke auf.

Dort stand das Gebäude der Neuapostolischen Kirche, das 1963 seiner Bestimmung übergeben worden war. Dann strukturierte sich die Gemeinde um – und feierte im Dezember 2013 in der Kirche am Westfalendamm 74 den letzten Gottesdienst. Inzwischen ist die Kirche abgerissen.

Der Projektentwickler und Investor Bawoag hat das Grundstück gekauft und will dort eine Büroimmobilie hochziehen. Geplant ist ein sechsgeschossiges Gebäude mit einer Gesamtfläche (Bruttogeschossfläche) von rund 2700 Quadratmetern. Unterteilt in Büroflächen bis zu 350 Quadratmeter.

Das Besondere: Es soll ein „Haus der Immobilie“ werden, wie Bawoag-Prokurist Mischa Hampe erläutert. Der Titel ist auch das Konzept: Nicht jeder Freiberufler oder Selbstständige soll sich in dem Neubau niederlassen können.

Mieter sollen beruflich mit Immobilien zu tun haben

Das Gebäude, entworfen vom Dortmunder Büro „Architektur-Werk Seifert-Witzke-Architekten“, soll in erster Linie für Akteure offenstehen, die beruflich mit dem Immobilienwesen zu tun haben: beispielsweise Projektentwickler, Architekten, Ingenieure oder auch Notare.

Das entspricht auch dem geltenden Bebauungsplan, der für den östlichen Teil des Westfalendamms die Nutzung als „Büro und Verwaltung“ festlegt.

Fünf Geschosse plus ein Staffelgeschoss sind für den Neubau am Westfalendamm 74 vorgesehen.
Fünf Geschosse plus ein Staffelgeschoss sind für den Neubau am Westfalendamm 74 vorgesehen. © Architektur-Werk © Architektur-Werk

Der Bauantrag ist gestellt. Bawoag-Prokurist Hampe zeigt sich zuversichtlich, „dass wir im ersten Quartal 2022 starten können.“ Läuft alles glatt, soll spätestens im zweiten Quartal 2023 die Fertigstellung gefeiert werden. Die Investition beziffert Hampe auf „acht bis neun Millionen Euro.“

Eine direkte Zufahrt von der B1 wird es nicht geben. Das Gebäude soll über die Bovermannstraße erschlossen werden. Vorgesehen ist eine Tiefgarage mit 26 Stellplätzen. Neben Fahrradstellplätzen sind zusätzlich rund 15 oberirdische Parkplätze mit Ladestationen für E-Autos vorgesehen.

Bauherr nimmt schon das nächste Projekt ins Visier

Ohnehin soll der Neubau energetisch hochwertig ausgestattet werden. So ist beispielsweise vorgesehen, das Gebäude mit Wärmepumpen und Sonnenkollektoren zu versehen. Das Dach der Immobilie (und teilweise das der Garage) soll mit Grün bepflanzt werden.

Mietinteressenten seien vorhanden, sagt Bawoag-Prokurist Hampe: „Aktuell haben wir noch rund 700 Quadratmeter Fläche zu vergeben.“ Ist der Neubau fertig, will Bawoag das nächste Projekt starten: Die Nachbarimmobilie Bovermannstraße 2a gehört ebenfalls zum Bawoag-Bestand und soll um ein Geschoss aufgestockt werden. In dem Haus sitzt der Westdeutsche Volleyballverband.

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Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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