An der Deggingstraße sollen 101 Wohnungen entstehen

Geplantes Bauprojekt

An der Deggingstraße in Dortmund sollen sieben Mehrfamilienhäuser entstehen. Vor der Entscheidung der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost am Dienstag (23.1.) stand aber erst einmal eine Bürgerinfo an, in der auch der mögliche Baustart verraten wurde.

von Rüdiger Barz, Michael Nickel

Dortmund

, 19.01.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
An der Deggingstraße sollen 101 Wohnungen entstehen

So soll der Gebäudekomplex an der Deggingstraße 93 aussehen. © BARZ fotografie service | Ruedig

Unter dem Titel „Vorstellung städtebauliche Neuordnung an der Deggingstraße 93, Dortmund“ hatte das Projektentwicklungsunternehmen Ten Brinke für Mittwochabend in den DSW21-Werkssaal eingeladen. Die Veranstaltung sollte dazu dienen, Anwohner und Interessierte über das geplante Bauprojekt zu informieren, für das noch gar keine Genehmigung vorliegt.

Wer hat am Mittwoch Auskunft gegeben?

Anwesend waren die Architekten Susanne Schamp, Richard Schmalöer, Bezirksbürgermeister Udo Dammer, Peter El-Dessouki und Simon Laschkowski vom ausführenden Bauunternehmen Ten Brinke Group sowie Heinrich Finger und Margarete Bonnenberg vom Stadtplanungsamt.

Was soll eigentlich gebaut werden – und wo?

Am Grundstück Deggingstraße 93, zwischen Overbeck- und Bovermannstraße, sollen in sieben Mehrfamilienhäusern 101 Wohnungen mit 106 unterirdischen Stellplätzen entstehen. In der Vorlage, über die die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost am Dienstag (23. 1.) entscheiden wird, steht: „Das Grundstück (…) soll im Zuge der nun vollständig gegebenen Betriebsaufgabe der bis zuletzt ansässigen Gewerbebetriebe städtebaulich neu geordnet werden.“ Das angrenzende und umliegende Wohngebiet sei geprägt durch freistehende Einfamilien-, Doppel- sowie Reihenhäuser.

Wie groß sollen die Wohnungen werden?

Laut Peter El-Dessouki werden die Wohnungen zwischen 45 und 100 Quadratmeter groß sein. Die Bemerkung eines Anwohners: „Das sind aber kleine Wohnungen.“

Wird es sich um Miet- oder Eigentumswohnungen handeln?

Die geplanten Wohnungen sollen ausschließlich auf dem Mietmarkt angeboten werden. Teileigentum ist nicht vorgesehen. Von den 101 Wohnungen sollen laut Vorlage zehn Prozent dem Sozialwohnungsbau zugedacht werden.


An der Deggingstraße sollen 101 Wohnungen entstehen

Der Grundriss des geplanten Vorhabens. © Rüdiger Barz

Und wie hoch werden die Häuser?

Laut Heinrich Finger vom Stadtplanungsamt habe die Verwaltung das Planungsrecht geprüft: „Eine fünfgeschossige Bebauung ist möglich.“ Die Häuserblöcke entlang der Bover- und Overbeckstraße sind mit drei Vollgeschossen sowie mit einer weiteren rückversetzten, gestaffelten vierten Ebene geplant. „Die Flachdächer der obersten Geschosse werden extensiv begrünt“, heißt es in der Vorlage. Der kopfseitige Wohnriegel an der Deggingstraße sei mit vier Vollgeschossen und einem fünften zurückspringenden Geschoss geplant.

Was sagen die Anwohner?

Ralf Bange sprach von starker Nachverdichtung. Städtebaulich habe das Projekt keine Orientierung am Bestand in der Umgebung. „Wie soll es mit der Parkerei aussehen?“, fragte er. Klaus Stieglitz sorgt sich um die Rückstaus im Berufsverkehr: „Wir kommen doch morgens und abends gar nicht mehr aus der Straße raus.“ Eine andere Anwohnerin sagte: „Wir sind gebeutelt von den jetzigen Parkern“, ein anderer: „Der Parkdruck ist enorm.“ Andere sorgten sich um Lärm und Schmutz während der Bauarbeiten. Ein Anwohner bedankte sich für die Einladung, kritisierte aber, dass die Bewohner des Quartiers gar keine Einflussmöglichkeit mehr haben, da das Projekt fertig durchgeplant sei.

Was sagen die Verantwortlichen?

Störungsfrei könne man nicht bauen, hieß es von Ten Brinke: „Wenn der Hammer geschwungen wird, macht er Lärm.“ Ein Baustellen-Ablaufplan solle alles regeln. Eine Herausforderung sei laut Heinrich Finger das DSW21-Gelände an der Von-den-Berken-Straße, wo 350 Wohnungen entstehen sollen. Hier gehe es aber erst in frühestens zwei Jahren mit den Bauarbeiten los. Auf die Frage, wie der Verkehr mit dem Projekt an der Deggingstraße 93 geregelt werden soll, sagte Finger am Mittwoch: „Einen Kreisverkehr“, den ein Anwohner vorschlug, „wird es nicht geben, bei der Stadt gehen wir von weniger Pkw als Wohneinheiten aus.“

Wann soll es losgehen?

Die Bauanträge sind am 2. September 2016 eingegangen. Wird die Genehmigung erteilt, sollen noch im März 2018 die Abrissarbeiten auf dem Gelände beginnen, danach sollen eineinhalb Jahre Bauzeit folgen.

Warum wird am Dienstag in der BV-Sitzung entschieden?

In der Vorlage heißt es: „Die Frist bis zur Erteilung der Baugenehmigung war ursprünglich großzügig ausgelegt, jedoch wurden durch intensive Abstimmungen der Verfahrensbeteiligten viel von dem zeitlichen Puffer aufgebraucht. Es ist zu befürchten, dass die Baumaßnahme nicht mehr durchgeführt werden kann, wenn der entsprechende Beschluss nicht in der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost am 23. Januar 2018 gefasst werden kann.“

Ten Brinke ist Investor, Projektentwickler, Bauunternehmen mit Sitz in den Niederlanden. Das deutsche Büro ist in Bocholt. Der Jahresumsatz liegt bei rund 800 Millionen Euro, dem Unternehmen gehören 7000 Wohneinheiten in Deutschland. Das Haus an der Deggingstraße soll nach Fertigstellung verkauft werden, hieß es am Mittwoch.
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