Andere Wahl, gleiche Plakate: Eine Partei setzt auf Mehrweg-Werbung

rnKommunalwahl 2020

Anders als andere hat eine Dortmunder Partei für die Kommunalwahl keine neuen Plakate drucken lassen. Um Ressourcen zu schonen, verwenden sie ihre Wahlplakate so lange, bis sie kaputt gehen.

Dortmund

, 07.09.2020, 12:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ist es Ihnen aufgefallen? Genau diese Plakate hingen bereits zur Europawahl 2019 an den Laternen in Dortmund. Zur diesjährigen Kommunalwahl wurden sie erneut ausgepackt und aufgehängt. Denn die Partei setzt auf Mehrweg-Plakate für ihren Wahlkampf. Das ist ressourcensparender, als für jede Wahl neue Plakate drucken zu lassen.

Personen- und themenunabhängige Plakate

So lange die Plakate nicht kaputt sind, bleiben sie im Dienst. „Das haben wir von Anfang an so gemacht“, sagt Angelika Remiszewski, Dortmunder Kreisverbandsvorsitzende der Tierschutzpartei. Ihre Wahlplakate sind nicht personalisiert.

Ungewöhnlich: Die Tierschutzpartei stellt ihre Kandidaten auf Facebook vor - nicht auf den Wahlplakaten.

Ungewöhnlich: Die Tierschutzpartei stellt ihre Kandidaten auf Facebook vor - nicht auf den Wahlplakaten. © Privat

Außerdem sind die präsentierten Themen aus dem Grundsatzprogramm. „Da verändert sich wenig“, sagt Remiszewski. Das ermöglicht der Partei, die Plakate nicht nur für verschiedene Wahlen, sondern auch in verschiedenen Bundesländern einzusetzen.

Gleiche Plakate in verschiedenen Bundesländern

Bundesweit setzt die Tierschutzpartei auf die Mehrweg-Plakate. „Wir leihen die Plakate auch unter den Bundesländern aus“, sagt Angelika Remiszewski. Für die Kommunalwahl 2020 in Nordrhein-Westfalen hat der Kreisverband Dortmund 150 Plakate aus Niedersachsen geordert. Diese werden nach der Wahl entweder zurückgeschickt oder eingelagert, um sie bei der nächsten Wahl wieder hervorzuholen.

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Die Wahlplakate sind beschichtet und wetterfest. Natürlich kommt es immer wieder vor, dass die Plakate mutwillig zerstört oder mitgenommen werden. Bei der Europawahl im vergangenen Jahr hatte ein Stadtteil beispielsweise einen Verlust von 60 Prozent an Wahlplakaten. „Den Leuten haben bestimmt die Bilder gefallen“, sagt Remiszewski und lacht.

Häufig ist ein sympatisches Gesicht ausschlaggebend für die Wahl von uninformierten Wählern. Die Tierschutzpartei arbeit jedoch gänzlich personenunabhängig.

Kandidaten über Facebook und Instagram vorgestellt

„Wir haben erst überlegt, ein neues Plakat mit allen Gesichtern der Kandidaten zu erstellen“, sagt Angelika Remiszewski. Die Partei hat sich dann jedoch dafür entschieden, ihre Kandidaten auf Instagram und Facebook vorzustellen. „Das spart natürlich Ressourcen“, sagt Remiszewski.

Auf die schon einmal verwendeten Plakate habe Angelika Remiszewski bisher noch niemand aus Dortmund angesprochen. Es ist auch die erste Kommunalwahl in Dortmund für die Tierschutzpartei. Bei der Europawahl hingen die Plakate bereits in Teilen der Stadt, zum Beispiel im Kreuzviertel. „Vielleicht ist es noch gar nicht aufgefallen, dass es die gleichen Plakate wie letztes Jahr sind“, sagt Remiszewski.

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