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Vor 25 Jahren nach Wickede: Apotheker Andreas Sommer mag den geradlinigen Menschenschlag

rnSpitzweg-Apotheke

Vor 25 Jahren gab‘s in der Spitzweg-Apotheke am Wickeder Hellweg eine Registrierkasse und lange Mittagspausen. Andreas Sommer übernahm damals die Apotheke - und verändert sie noch heute.

Wickede

, 17.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Andreas Sommer (57) leitet seit 25 Jahren die Spitzweg-Apotheke am Wickeder Hellweg 108 in Wickede. Das will er am 1. und 2. Juli mit einigen Sonderaktionen in der Apotheke feiern. So soll es zum Beispiel Kaffee für die Erwachsenen und Popcorn für die Kinder geben. Auch will Sommer die Jugendfreizeitstätte Wickede an der Bremmenstraße 8 mit 5000 Euro unterstützen. Zu dem Zweck steht jetzt eine Spendenbox in der Apotheke, und auch der Erlös einer speziellen Seife, die eigens zu dem Zweck hergestellt wird, kommt der Freizeitstätte zugute. Sollten auf diesem Weg keine 5000 Euro zusammenkommen, stockt Sommer auf.

Ein Bauernhof mitten im Ort

Andreas Sommer, der in Münster Pharmazie studiert und danach vier Jahre in der Fleming-Apotheke in Hombruch gearbeitet hat, kann sich noch gut an die erste Zeit in Wickede erinnern. Es gab noch einen Bauernhof mitten im Ort und viele kleine Fachgeschäfte. Die Apotheke hatte fünf Mitarbeiter und keine Computer. Mittags und mittwochsnachmittags war geschlossen. Es sei für ihn ein Zufall und zugleich ein Glücksfall gewesen, dass er diese Apotheke übernehmen konnte, sagt Sommer heute.

Vor 25 Jahren nach Wickede: Apotheker Andreas Sommer mag den geradlinigen Menschenschlag

So sah die Spitzweg-Apotheke 1994 aus. © Archiv Andreas Sommer

Der frühere Inhaber sei ein ehemaliger Lehrer von ihm gewesen, und als Sommer erfahren habe, dass dieser gestorben war, nahm er wegen der Nachfolge den Kontakt zur Witwe auf. Er sei schon deshalb gerne nach Wickede gekommen, weil der Dortmunder Nordosten seine Heimat sei. Andreas Sommer ist in Husen aufgewachsen. Außerdem möge er Wickede wegen seines ruhrgebietstypischen ehrlichen und geradlinigen Menschenschlags. Einmal sei eine Frau in die volle Apotheke gekommen und habe lauthals gefragt: „Ham Se was gegen Hämorrhoiden?“ Nach einigen Nachfragen vom Personal habe sie kurzerhand die Hose runtergezogen, um ihre Beschwerden vor Ort begutachten zu lassen. Sowas passiere einem doch nicht überall, sagt Sommer.

35.000 Medikamenten-Päckchen lagern vor Ort

Heute ist alles anders. Vor Ort lagern 35.000 Medikamenten-Päckchen (1994 waren es 5000) und die Apotheke arbeitet (natürlich) mit modernen Computern. 30 Mitarbeiter sind es, die am Wickeder Hellweg 108 und in der Filiale - der Marien-Apotheke, die vor 15 Jahren hinzukam - am Wickeder Hellweg 57 tätig sind. Sommer ist besonders stolz auf den Lieferservice, der künftig noch ausgebaut werden soll: Ist ein Medikament nicht vorrätig, wird es bestellt und anschließend dem Kunden gebracht.

Andreas Sommer setzt besonders auf gute Beratung und Freundlichkeit und will sich damit auch in Zukunft vom anonymen Internet absetzen: „Das Internet lächelt nicht.“

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