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Kein Android mehr für Huawei-Smartphones: So reagieren Dortmunder Kunden

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Google entzieht Huawei die Lizenz fürs Betriebssystem Android. Das weckt Sorgen auch bei den Kunden. Dortmunder Käufer von Huawei-Smartphones können jedoch erstmal entspannt bleiben.

Dortmund

, 23.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Google entzieht Huawei die Lizenz für sein Smartphone-Betriebssystem Android - diese Nachricht schlug ein. Hintergrund ist eine Handelssperre der US-Regierung gegen den chinesischen Konzern. Auf dem Deutschen Markt hat Huawei bei Smartphones aktuell einen Marktanteil von 19 Prozent – und steht damit auf Platz 2 vor Apple und hinter Samsung. Entsprechend prominent platziert finden sich Huawei-Handys auch in den Dortmunder Elektronikmärkten. Doch den großen Ansturm verunsicherter Käufer gab es bisher nicht.

Vereinzelt kämen Kunden und hätten Fragen zu dem Fall, berichtet ein Saturn-Mitarbeiter. Auch die Frage, ob das neue Huawei-Handy nun unbrauchbar sei, sei dabei gewesen. In der Regel seien die Kunden aber entspannt und vor allem selbst gut informiert. Bisher gebe es auch keinen Grund zur Sorge. Bereits im Handel befindliche Geräte würden weiter mit Updates versorgt. Entsprechend seien Huawei-Smartphones bei Saturn auch weiter zu bekommen. Man warte die weitere Entwicklung ab.

Bei Telekom und Vodafone am Westenhellweg – beide Partner von Huawei – verweist man auf Nachfrage zu diesem Thema an die jeweiligen Pressestellen.

Vodafone werde die aktuelle Situation weiter beobachte und Huawei-Smartphones weiterhin mit dem neuesten Android-Betriebssystem verkaufen, heißt es aus der Pressestelle des Unternehmens. Derzeit seien für Kunden keine Einschränkungen bei Anwendungen oder Sicherheit zu verzeichnen.

Auch bei der Telekom sind Huawei-Smartphones weiter im Verkauf, heißt es auf Nachfrage. Man wolle abwarten, welche Auswirkungen die Ankündigungen von Google haben werden und stehe sowohl mit Google als auch mit Hauwei in Kontakt.

US-Regierung gegen Huawei

Zum Hintergund: Via eines Notstandsdekrets hatte US-Präsident Donald Trump Ende der vergangenen Woche eine Mauer zwischen dem chinesischen Technologieunternehmen Huawei und dessen amerikanischen Zulieferern hochgezogen. Handelsbeziehungen zwischen US-Unternehmen und Huawei unterliegen strengen Kontrollen, seit der chinesische Konzern auf eine Schwarzliste des amerikanischen Handelsministeriums aufgenommen worden war.

Diese Handelssperre könnte für Huawei zum Problem werden, da unter anderem in der Smartphone-Sparte des Unternehmens bisher zugelieferte Komponenten aus den USA verbaut wurden. Und auch die Lizenzen für das von Google entwickelte Android-Betriebssystem, das auf Huawei-Handys läuft, fallen unter die Handelssperre. Am Mittwoch hatte zudem auch der britische Chipentwickler ARM die Zusammenarbeit mit Huawei eingestellt.

Huawei wird von den US-Behörden verdächtigt, seine unternehmerische Tätigkeit zur Spionage für China zu nutzen. Beweise dafür wurden bislang jedoch nicht öffentlich gemacht.

90 Tage volle Weiterversorgung

Tatsächlich ist die Entspannung der Dortmunder Kunden auch erstmal gerechtfertigt. Am Dienstag gab die US-Regierung bekannt, die Handelssperre gegen Huawei zumindest teilweise wieder auszusetzen. Zunächst drei Monate lang sollen unter anderem Smartphones weiter im vollen Umfang mit Updates versorgt werden können. Problematisch könnten die Sanktionen jedoch für zukünftige Smartphone-Modelle von Huawei werden.

Der Aufschub solle Betroffenen die Zeit geben, nach Alternativen zu suchen und sich auf die Änderungen einzustellen, erklärte das US-Handelsministerium. Man werde prüfen, ob die Regelung über 90 Tage hinaus verlängert werde.

mit Material von DPA

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