Angehörige des Opfers belasten Amateurboxer schwer

Vergewaltigungs-Prozess

Gewalttätig, unsympathisch, unangenehm: Im Vergewaltigungsprozess gegen einen Amateurboxer aus Scharnhorst hat die Familie des mutmaßlichen Opfers kein gutes Haar an dem Angeklagten gelassen. Es gab für ihn jedoch auch Unterstützung von unerwarteter Stelle.

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 22.05.2013, 16:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Landgericht Dortmund.

Das Landgericht Dortmund.

„Es stimmt, er hat sie geschlagen“, behauptete die Schwester der Ex-Freundin am Mittwoch in ihrer Zeugenaussage. Sie habe mit ihren eigenen Augen die blauen Flecken an den Oberarmen ihrer Schwester gesehen und die junge Frau daraufhin zur Rede gestellt. Auch die Mutter des mutmaßlichen Vergewaltigungs-Opfers behauptete, Blessuren am Körper ihres Kindes selbst gesehen zu haben.„Erst sagte sie mir noch, sie habe sich an der Türklinke gestoßen“, so die Zeugin. Später habe ihr Mädchen dann aber doch noch alles eingeräumt.

Zweifel an dieser Darstellung hinterließ hingegen die Frauenärztin der Ex-Freundin. Weil diese berichtet hatte, einmal sei der Angeklagte über sie hergefallen, als sie sich gerade für einen Frauenarzt-Termin fertiggemacht hatte, hatten die Richter am Mittwoch die behandelnde Gynäkologin der Frau als Zeugin geladen. Die Frage: „Ist Ihnen bei dem fraglichen Untersuchungstermin irgendetwas an der Patientin aufgefallen?“ Die Antwort: „Ich glaube nicht. In meiner Akte habe ich jedenfalls nichts notiert.“

Die Ärztin schloss nicht aus, dass die Zeugin an jenem Tag blaue Flecken an den Beinen gehabt haben könnte. Dann jedoch müssten es so wenige gewesen sein, dass sie es nicht für nötig gehalten habe, die Verletzungen zu dokumentieren. „Ich schreibe erst auf, was wirklich ins Auge fällt“, sagte die Ärztin. Die Richter haben dem Angeklagten bereits angekündigt, dass er mit rund acht Jahren Haft rechnen müsse, sollten sich die Vorwürfe der Anklage bestätigen.  

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