Angeklagter kann sich nicht an Haus-Explosion erinnern

Teutonenstraßen-Prozess

Im Prozess um die tödliche Haus-Explosion von Hörde hat sich der Angeklagte am Montag erstmals selbst zu Wort gemeldet. Der komplette Tag der folgenschweren Explosion sei aus seinem Gedächtnis verschwunden, sagte der 49-jährige Stefan T. aus. Dann wandte er sich persönlich an die Angehörigen seiner gestorbenen Ex-Nachbarin.

DORTMUND

, 23.10.2017, 16:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte im Prozess um die Haus-Explosion von Hörde.

Der Angeklagte im Prozess um die Haus-Explosion von Hörde. © Jörn Hartwich

Der Angeklagte war völlig ruhig, als ihn Richter Peter Windgätter aufforderte, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Was dann folgte, brachte jedoch kaum neue Erkenntnisse. „Ich kann dazu nichts sagen“, erklärte der 49-jährige Stefan T. den Richtern am Dortmunder Schwurgericht. „Bei mir ist nichts mehr vorhanden.“

Auch der Tag vorher sei komplett aus seiner Erinnerung gelöscht. Er wisse weder, dass er in der Nacht zuvor wieder einmal in seiner Wohnung randaliert habe, noch was direkt nach der verheerenden Gasexplosion Ende März passiert sei.

Grundsätzlich tue ihm aber alles unendlich leid. „Ich würde das gerne rückgängig machen, wenn ich könnte“, sagte der 49-Jährige und wandte sich dabei auch direkt an die Angehörigen seiner von Trümmern erschlagenen Ex-Nachbarin.

Stefan T. wird vorgeworfen, eine Gasleitung in seiner Wohnung abgerissen und das ausströmende Gas angezündet zu haben. Dabei war praktisch das gesamte Haus zerstört worden. Dass er selbst überlebt hat, gleicht einem Wunder. Nach seinen Angaben waren 65 Prozent seiner Haut verbrannt. Der 49-Jährige lag lange im Koma. Das könnte nach Angaben seiner Verteidigerin möglicherweise auch den Gedächtsnisverlust erklären.

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