Angeklagter war vor Mord zwölf Jahre in Sicherungshaft

Tat in Sölde

Wegen schwerer Verbrechen verbrachte er fast die Hälfte seines Lebens im Gefängnis - nun ermittelt die Staatsanwaltschaft erneut gegen den 71-Jährigen. Der Mann soll die Dortmunderin Gisela A. im April in ihrem Haus ermordet haben. Für sein Opfer war er kein Unbekannter.

SÖLDE

, 24.08.2016, 19:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Angeklagter war vor Mord zwölf Jahre in Sicherungshaft

In ihrem Haus in Sölde soll der 71-Jährige sein Opfer ermordet haben.

Dank präziser Spurensuche am Tatort konnte eine Mordkommission im April 2016 schnell den Mann festnehmen, der in Sölde eine 89-jährige Rentnerin getötet haben soll. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 71-jährigen mutmaßlichen Täter erhoben.

Der in Troisdorf bei Bonn geborene und zuletzt in Warstein im Sauerland wohnende Senior ist für Polizei und Justiz kein Unbekannter: Fast die Hälfte seines Lebens saß der Mann wegen schwerer Verbrechen hinter Gittern. Er musste mehrere Haftstrafen absitzen (nach einem Raub acht Jahre) und lebte zwölf Jahre in Sicherungsverwahrung – die er vor fünf Jahren verlassen durfte. Mit Nebenjobs hielt er sich über Wasser. Dann erhielt der Ex-Sicherungsverwahrte ein Erbe.

Brand gelegt

April 2016: Wieder ist der 71-Jährige knapp bei Kasse. Laut Anklage betritt der Beschuldigte am Abend das nur von Gisela A. bewohnte Haus an der Sölder Straße 146. Die Rentnerin kennt den Besucher. Er ist ihr Gärtner.

Laut Akte soll die Tat so abgelaufen sein: Der Täter sticht mehrfach auf sein wehrloses Opfer ein und sucht das Haus nach verwertbaren Gegenständen ab. Um Spuren zu verwischen, verschüttet der Mörder an mehreren Stellen im Haus noch Benzin und zündet es an. Dann verlässt er den Tatort.

Zeugen entdecken nach wenigen Minuten den Brand. Die Feuerwehr findet bei den Löscharbeiten die entstellte Leiche. Eine Mordkommission sichert Spuren und lässt diese in einer Datenbank ausweisen. Der Computer meldet einen Treffer: Die neuen Spuren gehören einem alten Bekannten: dem 71-Jährigen.

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