Angeklagter will mit Telefonmitschnitt Unschuld beweisen

Vergewaltigungsprozess

Im Vergewaltigungsprozess gegen einen selbstständigen Unternehmer aus Husen hat der Angeklagte am Donnerstag einen mysteriösen Telefonmitschnitt präsentiert. Der Angeklagte beteuert weiter seine Unschuld – und will das mit der Datei nun auch beweisen können.

DORTMUND

26.11.2015, 16:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vor fast genau fünf Jahren soll der Mann seine damals im zweiten Monat schwangere Freundin über mehrere Stunden hinweg sexuell gequält und erniedrigt haben. Doch möglicherweise hat die Frau diese Vorwürfe auch nur erfunden, um dem Angeklagten später Geld abzunehmen.

In dem Telefonat, das der Angeklagte kurz nach der angeblichen Tat mit dem mutmaßlichen Opfer geführt haben will, unterhalten sich beide über eine mögliche „außergerichtliche Einigung“. Der Angeklagte fragt: „Das heißt, du machst keine Aussage, wenn ich zahle.“ Und die Frau erwidert: „Ja.“

Kein norddeutscher Dialekt?

Weil die Tonqualität der Aufnahme äußerst dürftig ist, sind die Richter jedoch skeptisch. „Was ist, wenn es sich bei der Frau um eine ganz andere handelt?“, fragten sie am Donnerstag. Immerhin habe die Zeugin in ihrer Vernehmung vor Gericht mit deutlichem norddeutschen Akzent gesprochen. Von diesem sei in dem Telefonat aber nichts zu hören.

Sollte der Angeklagte den Mitschnitt mit einer anderen Frau fingiert haben, um die Prozessbeteiligten auf eine falsche Fährte zu locken, droht ihm gewaltiger Ärger. „Dann geht es rund“, sagte der Vorsitzende Richter. Man müsse jetzt in Ruhe entscheiden, wie es weitergehen solle. Der Prozess wird daher noch mindestens bis in den Februar andauern. Möglicherweise muss auch die in Norddeutschland lebende Frau noch einmal geladen werden.

Lesen Sie jetzt