Angriff im Nachtexpress: Servicekräfte und 80 Fahrgäste tatenlos

DORTMUND Ein Nachtexpress-Fahrgast wurde am frühen Samstagmorgen zum Opfer. Zwei pöbelnde Männer haben ihn angegriffen und niemand hat geholfen. Weder Fahrgäste noch DSW-Servicekräfte. Wo blieb die Zivilcourage?

von Von Arne Niehörster

, 16.02.2009, 19:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hier spielten sich die brutalen Szenen ab: Die Haltestelle Von-der-Tann-Straße an der Kaiserstraße.

Hier spielten sich die brutalen Szenen ab: Die Haltestelle Von-der-Tann-Straße an der Kaiserstraße.

Einige Details konnte Bernd Winkelmann, DSW21-Sprecher, revidieren: „Es waren nur zwei Service-Kräfte im Bus. Und insgesamt drei Täter.“ Die Mitarbeiter, auch für eine sichere Fahrt zuständig, wollen die pöbelnden Männer erst bemerkt haben, als diese ihr Opfer an der Haltestelle auf die Straße zerrten, zu Boden schleuderten und los prügelten. Glaubwürdig? „So eine Entscheidung ist immer ein schmaler Grat. Unsere Mitarbeiter haben sich dann entschieden, es bei einem Anruf bei Polizei und Rettungskräften zu belassen“, sagt Winkelmann. Warum? „Das Maß der Brutalität war uns bis zu diesem Fall unbekannt. Eine weitere Eskalation sollte vermieden werden.“ Glaubwürdig?

Nach notärztlicher Behandlung wurde das 39-jährige Opfer ins Krankenhaus gebracht. Das Prügel-Trio suchte sein Heil in der Flucht, kurz vor dem Eintreffen der Polizei. Ein Nachspiel dürfte allerdings sicher sein: „Es wurde die Geldbörse eines Täters im Bus gefunden“, so Polizeisprecher Peter Schulz. Die Fahndung läuft. Bleibt die Entscheidung der Service-Mitarbeiter im Bus: richtig oder falsch? Als falsch möchte Bernd Winkelmann das Verhalten nicht bezeichnen. Immerhin: „Die Entscheidung als richtige abzutun, wäre zu einfach.“ Darüber hinaus werde der jüngste Vorfall im Hause DSW21 diskutiert. Winkelmann: „Wir nehmen das nicht auf die leichte Schulter und wollen die Geschichte aufarbeiten.“ Winkelmann denkt dabei nicht an „Aufrüstung“ der unbewaffneten Mitarbeiter, vielmehr will man aus Erfahrungen von entsprechenden Unternehmen lernen: „Wir wollen Kontakt nach Hamburg und Frankfurt aufnehmen.“   Die Polizei betreibt eine Initiative für mehr Zivilcourage: 

 

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