Angriffslust wächst

Über Westfalen waren sie sich einig, über Dortmunder Themen gingen die Meinungen auseinander beim zweiten offiziellen Aufeinandertreffen der zwei OB-Kandidaten Ullrich Sierau (SPD) und Joachim Pohlmann (CDU/FDP) am Sonntagvormittag im Storckshof.

25.01.2009, 19:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Angriffslust wächst

Rund 200 Gäste waren der Einladung der beiden überparteilichen Vereinigungen Westfalenstruktur und Westfalen-Initiative gefolgt, um von den beiden Kandidaten u.a. zu hören, ob Dortmund weiter die wichtigste Stadt in Westfalen bleiben oder in dem von der Landesregierung geplanten Regierungsbezirk Ruhr die Nummer 2 hinter Essen werden wolle.

Beide sind keine gebürtigen Westfalen (Sierau kommt aus Niedersachsen, Pohlmann aus Bremen), doch verstehen sich als Kämpfer für die Region, die laut Dr. Gerd Niebaum, Vorsitzender der Westfalenstruktur, ein höheres Bruttosozialprodukt erwirtschaftet als Dänemark.

" Unsere Wurzeln liegen deutlich mehr in Westfalen", sagte Pohlmann, der für eine engere Zusammenarbeit der umliegenden Städte plädierte. Auch Sierau nannte Kooperation "eine Tugend der Zukunft." Er werde alles tun, um die Spaltung Westfalens zu verhindern, "bis ich die Augen zumach", zitierte er ganz im Sinne des Westfalenliedes, "denn was da auf den Weg gebracht werden soll, ist für Westfalen der Todesstoß."

Die Angriffslust erwachte erst bei den Dortmunder Themen. Die schärfsten Angriffe gegen Sierau kamen allerdings von Friedhelm Ost, Moderator und früherer Regierungssprecher von Helmut Kohl. Doch auch der CDU/FDP-Kandidat kommt allmählich auf Betriebstemperatur. Ob Flughafenausbau oder Bahnhofsmodernisierung - "eine elende Diskussion", kritisierte Pohlmann. Beim Flughafen habe sich die Stadt jahrelang nicht positioniert, beim Bahnhof nicht rechtzeitig die Notbremse gezogen. Den Mittelstand habe man zugunsten der Großbetriebe vernachlässigt und nicht genug Wirtschaftsflächen ausgewiesen. Deshalb stünde Dortmund jetzt mit einer Arbeitslosenquote von 13 Prozent besonders schlecht da.

Sierau konterte, die Stadt sei nicht schuld, wenn beim Bahnhof das Projekt zwischen zwei Privaten (Bahn und Sonae) nicht zum Tragen komme. Der SPD-Kandidat verwies stattdessen auf die Dynamik bei anderen Investitionen. In Dortmund würden zurzeit Projekte im Umfang von rund 500 Mio. realisiert, die sich auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlügen. Zum Flughafen gab's von Sierau keine abschließende Aussage mit dem Hinweis auf den Abstimmungsprozess im Land und zwischen den Akteuren vor Ort. ko

<p>Tauschten am Sonntag im Storckshof ein paar Spitzen mehr aus als beim ersten Aufeinandertreffen sechs Tage zuvor: Ullrich Sierau, OB-Kandidat der SPD (l.), und Joachim Pohlmann, OB-Kandidat von CDU und FDP (r.). Das Ganze wurde launig moderiert von Friedhelm Ost. RN-Fotos (2) Menne</p>

<p>Tauschten am Sonntag im Storckshof ein paar Spitzen mehr aus als beim ersten Aufeinandertreffen sechs Tage zuvor: Ullrich Sierau, OB-Kandidat der SPD (l.), und Joachim Pohlmann, OB-Kandidat von CDU und FDP (r.). Das Ganze wurde launig moderiert von Friedhelm Ost. RN-Fotos (2) Menne</p>

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