Anka Zink im Cabaret Queue: Von Tussenpanzern, gefährlichen Staatschefs und Küchendiktator

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Kabarettistin Anka Zink protzt im neuen Programm „Das Ende der Bescheidenheit“ mit einer enormen Gag-Dichte, die das ausverkaufte Cabaret Queue zwei Stunden fast durchlachen lässt.

Hörde

, 05.05.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anka Zink ruft am vergangenen Freitag (3. Mai) im vollen Cabaret Queue „Das Ende der Bescheidenheit“ aus. Analog zum Untertitel „Für ein Halleluja auf das Protzen für alle, die noch immer klotzen“ protzt sie mit einer enormen Gag-Dichte.

Schilderungen des Alltäglichen in der zunehmend technisierten Welt lassen das meist weibliche Publikum zwei Stunden fast durchgrölen. Beispiele von „künstlicher Intelligenz in der Hand von menschlicher Dummheit“ sorgen für lautes, lang anhaltendes Lachen und „Ja, das stimmt“-Rufe. Anka Zink bildet die Realität satirisch gut ab. Mehr Schein als Sein führe zu Kuriosem. So fragten viele per SMS an, ob sie anrufen könnten; erklärten Influencer den Umgang mit Lippenstiften banal: „Den trägt man auf die Lippen auf – auf die oben.“

Selbst erklärender Witz

Ganz weit oben rangieren bei Zink die SUV, die „Super Unhandlichen Vehikel“. „Das sind Fahrzeuge für Jäger, Förster und Waldarbeiter“, sagt die gebürtige Bonnerin. „Pro Jahr werden 400.000 zugelassen.“ Es folgt brüllendes Gelächter über einen sich selbst erklärenden Witz und die von „blonden Frauen mit Gel-Nägeln“ gesteuerten „Tussenpanzer“.

Frauen ließen sich vom „Küchendiktator“ Thermomix die Zubereitung vorschreiben und erlebten bei Hotlines „Demütigungsprozeduren“. Es laufe kaum noch etwas in diesem Land, so die Wahl-Kölnerin, weil es hier detailverrückt und überreguliert sei. Für Übergewichtige sei freiwilliges Fasten schlimmer als unfreiwilliges Hungern der Ärmsten.

Das volle Cabaret Queue war vom Auftritt von Anna Zink begeistert.

Das volle Cabaret Queue war vom Auftritt von Anna Zink begeistert. © Dietmar Bock

Dies ist einer der Momente, in denen die Fans betroffen, ganz ruhig sind. Wie nach dem Trump-Witz, dass dessen Bücherei abgebrannt, beide Bücher vernichtet und zwei nicht ausgemalt worden seien. „Das ist lustig“, sagt das Ex-Mitglied des Köm(m)ödchens. Trump sei indes hoch gefährlich. Er habe einen Riesenapparat hinter sich, könne viel Schaden anrichten.

In Deutschland stelle man sich die Frage: Wo ist das Problem und wie kann ich dazu beitragen, es zu vergrößern. Wichtiger sei, dass man etwas tue, vor allem bei Kindererziehung, Bildung und Pflege.

Schwänzen für die Zukunft

Die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg lobt sie: „Warum nicht die Schule schwänzen, statt für eine Zukunft zu lernen, die man nicht mehr haben wird.“ Denn: „Wir sind die Bösen“, schockt Anka Zink das Publikum. Die Verbraucher verlangten der Industrie immer mehr Lebensmittel zu günstigeren Preisen und steril verpackt ab.

Bescheidenheit so ihr Fazit, fänden alle toll – bei anderen. Boxer Muhammad Ali meinte einst: „Es ist unfassbar schwer, bescheiden zu sein, wenn man so großartig ist wie ich.“ Mit diesem Satz, den das Publikum mehrfach wiederholt, endet Anka Zink. Auch für diese Frau ist es unfassbar schwer, bescheiden zu sein, weil sie wirklich großartig ist.

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