Annegret Schäfer (78) ärgert sich über zu niedrige Sitzgelegenheiten bei Schulte-Rödding

rnSerie: „Auf ein Eis mit ...“

Für unsere Serie „Auf ein Eis mit ...“ haben wir uns mit Annegret Schäfer getroffen, die es von Wellinghofen nach Eving verschlagen hat. Sie sieht viel Positives an ihrem neuen Wohnort.

Eving

, 29.04.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Annegret Schäfer (78) pendelt zwischen zwei Welten: Wellinghofen und Eving. So ist sie immer noch Vorsitzende des Awo-Ortsvereins Wellinghofen, wohnt aber seit 19 Jahren an der Osterfeldstraße in Eving.

Hallo Frau Schäfer, ich kenne Sie noch aus den 90er-Jahren, als ich bei den Ruhr Nachrichten für den Stadtbezirk Hörde zuständig war.

Ja, stimmt, ich bin ja auch schon lange bei der Awo Wellinghofen.

Warum sind Sie denn überhaupt nach Eving gezogen?

Wegen der Kinder und Enkelkinder. Zuerst hieß es: Mama, wenn wir uns zweimal im Jahr treffen, ist das doch okay, oder? Und als dann die Enkelkinder kamen, hieß es: Mama, am besten ist es, wenn wir uns dreimal die Woche treffen. Da bin ich dann eben in ihre Nähe gezogen. Sie wohnten damals an der Schwäbischen Straße. Die Siedlung hier heißt übrigens im Volksmund „Klein-Korea“, weil sie Anfang der 50er-Jahre während des Korea-Kriegs erbaut wurde.

Sie hätten nach der Kinderbetreuungsphase nach Wellinghofen zurückziehen können.

Ach, ich bin dann irgendwie in Eving festgewachsen. Schauen Sie doch mal raus, wie schön ich es hier habe. Alles grün. Vor allem nach hinten raus. Außerdem haben wir hier eine Super-Nachbarschaft. Seitdem ich gesundheitlich nicht mehr so fit bin, putzt meine 87-jährige Nachbarin wie selbstverständlich die Treppe. Und mein Sohn und meine Enkel kümmern sich um mich. Außerdem habe ich eine Bushaltestelle direkt vor der Haustür und viele Geschäfte in der Nähe.

Vermissen Sie auch etwas aus Wellinghofen?

Ja, die gute Gemeinschaft, die wir dort viele Jahre hatten. Aber die gibt es dort heute auch nicht mehr.

Sie könnten sich bei der Awo Eving engagieren. Hans-Jürgen Unterkötter vom Ortsverein Eving II würde sich bestimmt freuen.

Ja, ich habe auch gute Kontakte zu ihm. Aber wenn ich Wellinghofen verlasse, würde der Ortsvereins dort vielleicht untergehen. Ich bin mit meinen 78 Jahren ja fast noch eine der Jüngsten. Na gut, der Leiter der Begegnungsstätte Helmut Weiß ist noch jünger. Aber wenn es tatsächlich in Wellinghofen nicht mehr weitergehen würde, würde ich in Eving mitarbeiten. Ich kann nicht nur zu Hause sitzen.

Haben Sie mal versucht, in Wellinghofen, etwas für Jüngere anzubieten?

Ach, wir haben schon so viel versucht.

Wie oft fahren Sie denn nach Wellinghofen und wie kommen Sie dahin?

Früher waren es dreimal die Woche, jetzt einmal. Ich fahre mit dem Bus.

Geht das gut?

Ja, aber es gibt bei DSW21 schon einige Punkte, die ich kritisieren würde. Zum Beispiel finde ich die Sitzgelegenheiten am Knotenpunkt Schulte-Rödding viel zu niedrig. Wenn man als Gehbehinderter einmal sitzt, kommt man nicht mehr hoch. Dann muss man sich helfen lassen. An vielen Haltestellen sieht es nicht gut aus. Viele Radfahrer fahren auf dem Gehweg. Wenn man im Bushäuschen wartet, sieht man die manchmal gar nicht. Das ist gefährlich.

Annegret Schäfer (78) ärgert sich über zu niedrige Sitzgelegenheiten bei Schulte-Rödding

Die Sitzgelegenheiten am Verkehrsknotenpunkt Schulte-Rödding sind nach Ansicht von Annegret Schäfer für gehbehinderte Senioren zu niedrig. © Andreas Schröter


Helmut Adden vom Evinger Seniorenbeirat hat mir neulich gesagt, viele Senioren die ruckartige Fahrweise der Busfahrer beklagen.

Ja, das stimmt. Es gibt Busfahrer, die mich kennen und warten, bis ich mich gesetzt habe, aber es gibt auch welche, die sofort anfahren, wenn ich eingestiegen bin, mich aber noch gar nicht gesetzt habe.

Ich sehe hier ein Norderney-Poster. Was hat es damit auf sich?

Ich bin totaler Norderney-Fan. Ich bin dreimal im Jahr da und suche dort auch eine Wohnung. Ich mag die Mischung aus Ruhe und Trubel, die es dort gibt. Genau diese Mischung mag ich auch hier zu Hause.

Wenn Sie mit uns ein Eis essen und dabei über ein Thema Ihrer Wahl sprechen möchten, dann melden Sie sich unter E-Mail do-nordost@ruhrnachrichten.de bei uns. Das Thema sollte allerdings etwas mit den Stadtbezirken Brackel, Eving oder Scharnhorst zu tun haben. Politiker lassen wir in dieser Serie Politiker außen vor. Wir möchten mit den ganz „normalen Menschen von nebenan“ über ihre ganz normalen Freuden, Sorgen und Wünsche sprechen.
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