Antiquitäten Denter schließt nach 42 Jahren – Haus wird abgerissen

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Die Tage von Antiquitäten Denter auf der Stadtgrenze zwischen Dortmund und Lünen sind gezählt. Der Laden wird spätestens Ende des Jahres schließen. Grund ist jedoch nicht die Corona-Krise.

Brechten, Lünen

, 25.05.2020, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 42 Jahren existiert auf der Stadtgrenze zwischen Dortmund und Lünen, an der Dortmunder Straße 244, der Antiquitätenhandel Denter, der bei Kunden aus beiden Städten gleichermaßen beliebt ist. Nun jedoch sind die Tage des Geschäfts gezählt. Noch bis Ende des Jahres wollen Bernd Denter und seine Mutter Marlies die Ware – teils zu Sonderkonditionen mit bis zu 50 Prozent Rabatt – verkaufen. Dann ist Schluss.

Straße soll verbreitert werden

Grund ist nicht etwa die Corona-Krise, sondern vor allem der Wunsch von Straßen NRW, die B54, die vor dem Haus verläuft, zu verbreitern. Und dafür muss das Haus, das die Familie für den Antiquitätenhandel angemietet hat, weichen.

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Er wolle versuchen, vielleicht schon Ende Oktober raus zu sein, sagt Bernd Denter (56), der auch noch eine Antiquitäten-Werkstatt und -Lagerhalle an der Straße In der Esche in Brechten betreibt.

Antiquitäten Denter hat viele kleine Engelsfiguren im Angebot. Die verkauft Bernd Denter auch auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt.

Antiquitäten Denter hat viele kleine Engelsfiguren im Angebot. Die verkauft Bernd Denter auch auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt. © Andreas Schröter

Zwei weitere Gründe, sich kein neues Ladenlokal zu suchen, kommen hinzu: Zum einen ist Firmengründer Horst Denter im März im Alter von 83 Jahren gestorben und seine 81-jährige Frau Marlies kann das Geschäft nicht alleine weiterführen.

Zum anderen sei der Antiquitätenhandel gerade in der Krise. Bernd Denter: „Früher haben die Leute ihr ganzes Wohnzimmer mit Möbeln von uns eingerichtet, heute kaufen sie vielleicht mal ein Einzelstück.“

So sieht das Geschäft an der Dortmunder Straße 244 von außen aus

So sieht das Geschäft an der Dortmunder Straße 244 von außen aus. © Andreas Schröter

Dabei bietet Denter-Antiquitäten alles an, was zur Branche gehört: Möbel, Tafelsilber, Gemälde und – als Besonderheit – kleine Engelsfiguren, die die Familie jährlich an einem Stand auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt verkauft, ganz in der Nähe des großen Weihnachtsbaums.

Auch Haushaltsauflösungen mit dem Ziel, dabei interessante Stücke zu finden, die man wiederverkaufen kann, gehören zum Geschäftsmodell. „Vor 20 Jahren hatten wir noch 15 Angestellte“, sagt Denter, „heute keinen mehr.“ Auch das Internet nehme den traditionellen Antiquitäten-Händlern viele Kunden weg.

Bernd Denter (56) konzentriert sich künftig ganz auf das Restaurieren von Antiquitäten.

Bernd Denter (56) konzentriert sich künftig ganz auf das Restaurieren von Antiquitäten. © Andreas Schröter

Er selbst wolle sich künftig auf seine Restaurierungs-Werkstatt in Brechten und auf Messe-Besuche konzentrieren. Es seien immerhin zwischen 40 und 50 Messen im Jahr, an denen er in normalen Zeiten ohne Corona teilnehme. In der momentanen Situation habe ihm der staatliche Zuschuss von 9000 Euro geholfen, die Aufträge seien dagegen fast alle weggebrochen. Er habe derzeit nur noch einen einzigen Restaurierungs-Auftrag.

Auch historische Wohnzimmerschränke gibt's bei Antiquitäten Denter zu kaufen.

Auch historische Wohnzimmerschränke gibt's bei Antiquitäten Denter zu kaufen. © Andreas Schröter

Zu der Baumaßnahme: Durch einen Ausbau auf vier Fahrspuren möchte Straßen NRW den Stauschwerpunkt B54 entlasten. Ziemlich genau 2,7 Kilometer ist der betroffene Abschnitt lang. Er startet an der B236, überquert an zwei Kreuzungen vorbei den Datteln-Hamm-Kanal und endet an der Bahn-Überführung Höhe Kupferstraße in Lünen.

Die gesamte Baumaßnahme wird voraussichtlich 2023 fertiggestellt, so teilt der Landesbetrieb Straßen NRW mit. Die Kosten betragen nach derzeitigem Stand etwa 15 Millionen Euro.

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Antquitäten Denter hat keine normalen Öffnungszeiten mehr. Wer etwas ansehen oder kaufen möchte, wird gebeten, sich kurz vorher unter Tel. 0163/8010082 zu melden.
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