Gefahr für Anwohner: 120 Autos pro Stunde machen Nebenstraße plötzlich zur Hauptstraße

rnSperrung wegen Baustelle

Die Schüruferstraße ist wegen Bauarbeiten ein Jahr gesperrt, also gibt es Schleichverkehr auf den Nebenstraßen - gegen alle Regeln. Anwohner wollen das nicht hinnehmen. Und werden aktiv.

Schüren

, 24.04.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Anfang Februar 2019 ist aus der kleinen Wohnstraße Am Dreisch in Schüren eine Hauptverkehrsader geworden. Die Schüruferstraße ist wegen der Kanalbauarbeiten, die sich wohl bis Anfang 2020 hinziehen, für die Durchfahrt gesperrt.

Also geht es drumherum, durch die kleinen Nebenstraßen. Eine davon ist die Straße Am Dreisch. Rund 120 Fahrzeuge pro Stunde haben Mitglieder der Siedlergemeinschaft dort an einem Tag gezählt. Ziemlich viel für eine Straße, auf der vor der Baustelle die Kinder mit Kreide auf die Fahrbahn malen konnten - so ruhig war es dort.

Die meisten Fahrzeuge dürfen gar nicht durchfahren

Dabei dürften die meisten Fahrzeuge eigentlich die Straße gar nicht nutzen. Denn das Tiefbauamt hat zumindest „schildermäßig“ alles getan, was geht. Zumindest fast alles - aber dazu später. So ist an den Zufahrten zu der Straße Am Dreisch, beispielsweise aus Richtung Lindstraße, eine richtige Schilderwand entstanden. Durchfahrt nur für Anlieger und sogar ein Sackgassenschild. Stören tut‘s keinen. Nur ein paar Ortsunkundige mit auswärtigen Kennzeichen lassen sich von den Schildern abschrecken und gondeln ziellos zwischen der Baustelle auf der Schüruferstraße, der Ringofenstraße und der Lindtstraße hin und her.

Gefahr für Anwohner: 120 Autos pro Stunde machen Nebenstraße plötzlich zur Hauptstraße

Eigentlich ist die Durchfahrt-Situation an der Straße Am Dreisch geregelt - eigentlich. © Jörg Bauerfeld

„Wir wussten ja, das es mehr Verkehr geben wird“, sagt Lutz Hinninger von der Siedlergemeinschaft Am Dreisch. Dass die Schilder nicht beachtet werden, war den Anwohnern klar. Auch Kontrollen hätte es schon gegeben. Aber das reiche einfach nicht. „Es ist die hohe Geschwindigkeit, mit der die Autofahrer durch die Straße fahren“, sagt Hinninger.

Es fehlen Tempo-30-Schilder

Es würden Tempo-30-Schilder fehlen, so die Anwohner. Die Krux an der ganzen Geschichte: Die Straße am Dreisch ist eigentlich eine 30er-Zone. Nur durch die ganzen Umleitungen und Baustellen ist sie als solche nicht mehr für jeden erkennbar. „Wir habe die Auskunft vom Tiefbauamt bekommen, dass es nicht üblich ist, in einer Tempo-30-Zone noch Tempo-30-Schilder zusätzlich aufzustellen“, sagt Hinninger. Auch eine vorgeschlagene Markierung auf der Fahrbahn, die die Verkehrsteilnehmer davor warnt, die Geschwindigkeit nicht zu überschreiten, komme nicht in Betracht.

Also packten die Anwohner der Straße Am Dreisch selber an. Drei lebensgroße Holzfiguren, kunterbunt bemalt und mit einem Tempo-30-Schild ausgestattet, schaffte die Siedlergemeinschaft an. „Die Frauen haben die Holz-Rohlinge dann bunt gemalt“, sagt Hinninger. Die Männer hatten dann die Aufgabe, die drei „Straßenkinder“ an drei der dort stehenden Laternen anzubringen.

Gefahr für Anwohner: 120 Autos pro Stunde machen Nebenstraße plötzlich zur Hauptstraße

Die Anwohner beim Aufhängen der "Straßenkinder". © Siedlergemeinschaft

Schmale Fahrbahn, schmale Bürgersteige

So werden die Autofahrer jetzt an den westlichen und östlichen Einmündungen der Straße Am Dreisch mit bunten Holzfiguren darauf hingewiesen, bitte auf die Geschwindigkeit zu achten. Denn das Problem an der Straße Am Dreisch ist, dass die Straße schnurgerade ist. Und an der westlichen Seite, dem sogenannten Alten Dreisch, hat die Straße lediglich eine Breite von ca. 3,30 Metern. Zwei Pkw nebeneinander passen hier nicht aneinander vorbei. Also weichen die Fahrzeuge auf den Bürgersteig aus.

Und spätestens dann wird es gefährlich. Denn viel Platz zwischen Auto und Hauseingang ist dann nicht mehr viel. Keine schöne Situation für Kinder und ältere Leute. Auch in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung in Aplerbeck brachten Anwohner in der Einwohnerfragestunde die Problematik noch einmal auf die Tagesordnung. Doch der BV sind hier die Hände gebunden. „Wir werden ihre Anmerkungen an die Verwaltung weitergeben“, so Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel.

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