Anwohnerin: Wasser strömt am Regenrückhaltebecken in Oespel vorbei

rnRegenrückhaltebecken

Das Regenrückhaltebecken an der Hedwigstraße in Oespel soll das Oberflächenwasser aus dem Dorneywald aufnehmen. Jetzt gibt es Zweifel, ob das funktioniert.

Oespel

, 18.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es regnet, geht Doris Busse zuerst zum Fenster und schaut, ob der Gully das Wasser noch aufnimmt. Dann geht sie in den Keller ihres Hauses. Sie kontrolliert, ob Wasser durch den Abfluss kommt.

Sie hatte gehofft, dass der Bau des Regenrückhaltebeckens an der Hedwigstraße das Problem löst. Doch beim ersten Starkregenereignis des Jahres im August musste sie feststellen: Nichts hat sich geändert.

Ausbau des Hochwasserschutzes

Mitte August hatte es nach einem erneut sehr trockenen Sommer erstmals wieder ein Starkregenereignis im Dortmunder Westen gegeben. In Huckarde sorgten verstopfte Rohre für vollgelaufene Keller, aus den Nachbar-Bezirken Mengede und Lütgendortmund kamen zunächst keine Schadensmeldungen.

Als Grund dafür wurde seitens der Stadt der Ausbau des Hochwasserschutzes in den vergangenen Jahren ausgemacht. Auch in Oespel und Kley entstanden Regenrückhaltebecken.

An erster Bewährungsprobe gescheitert

An der Hedwigstraße wurde im Frühjahr 2020 ein Rückhaltebecken direkt vor dem Ehrenmal ausgehoben. Dann kam der Dürre-Sommer. Der August-Regen wurde zur ersten Bewährungsprobe des Beckens.

Der Dorneywald ist berüchtigt für die unberechenbaren Ströme von Oberflächenwasser bei Starkregenereignissen. Das Becken an der Hedwigstraße ist nur eines von mehreren Bauwerken, die dieses Wasser aufnehmen sollen.

Wasser läuft nicht in das Becken

Doch laut Doris Busse tat es das nicht. Das Wasser ist einfach am Becken vorbeigelaufen. Rinnen im Boden und kleine Wälle sollen das Wasser eigentlich in die richtigen Bahnen lenken. Doch an zwei Stellen funktionierte das nicht.

Am oberen Teil des Beckens soll das Wasser, das in der Regel über einen Fußweg kommt, in das Becken geführt werden. Ist das Becken voll, soll das Wasser an einer bestimmten Stelle überlaufen und bergab auf einen Bolzplatz und dann in ein weiteres Regenrückhaltebecken laufen.

Das Gefühl der Unsicherheit ist wieder da

Diesen vorbestimmten Weg nahm das Wasser nicht. Es floss zuerst nicht in das Regenrückhaltebecken und weiter unten auch nicht auf den Bolzplatz. Es floss auf die Hedwigstraße. Und damit in die überforderte Kanalisation.

Deshalb hatte Doris Busse kurz nach dem Starkregen Wasser im Keller. Über einen Schaden berichtet sie nichts, nur über das Gefühl der Unsicherheit, das eigentlich nicht mehr wiederkehren sollte.

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Doris Busses Problem und ihr Vorwurf, dass die Steuerung des Wassers in Richtung Regenrückhaltebecken nicht funktioniert, liegen jetzt der Stadtentwässerung vor. Stadtsprecher Christian Schön meldete am Freitag (16.10.), dass sich Mitarbeiter das Problem bei nächster Gelegenheit, also stärkerem Regen, vor Ort ansehen werden.

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