Aplerbecker Awo-Vereine liefern Beitrag zur Jubiläumsfeier

rn100 Jahre Arbeiterwohlfahrt

Vom 30. August bis 1. September feiert die Awo in der Innenstadt ihr 100-jähriges Bestehen. Die Ortsvereine im Stadtbezirk Aplerbeck präsentieren zu diesem Anlass eine besondere Broschüre.

von Marc Dominic Wernicke

Aplerbeck

, 20.08.2019, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Zu diesem Anlass bieten die vier Ortsvereine aus Aplerbeck, Berghofen, Schüren und Sölde aktuell eine historische Broschüre an.

„Wir wollten das große Jubiläum mit einem Blick auf die Geschichte der Awo im Stadtbezirk Aplerbeck begleiten“, sagt der Ortsvereinsvorsitzende Ewald Schumacher und stellt das kleine, rote Heft vor. Das Heft erzählt auf 43 Seiten mit Zeitzeugnissen und Fotos aus 100 bewegten Jahren.

Elend nach dem Weltkrieg

Die Geschichte der Arbeiterwohlfahrt beginnt im Jahr 1919. Nach dem Ersten Weltkrieg lag die deutsche Wirtschaft am Boden und weiten Teilen der Bevölkerung drohte die Verelendung.

„Wohlfahrtsverbände hat es zuvor schon im Umfeld der Kirche gegeben. Die Awo war der erste Versuch, ein derartiges Angebot aus dem Arbeitermilieu zu entwickeln“, erklärt Martin Fischer vom Aplerbecker Geschichtsverein, der die historischen Nachforschungen für die Broschüre vorgenommen hat. „Die Awo startete mit dem Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe für die Notleidenden zu leisten – nicht als Almosen, sondern als Recht und Pflicht der Gemeinschaft. Zur gleichen Zeit wollte sie, damals noch als Teil der SPD, auch aktiv an der politischen Gestaltung mitwirken.“

Aplerbecker Awo-Vereine liefern Beitrag zur Jubiläumsfeier

Die Broschüre erzählt die Geschichte der Arbeiterwohlfahrt in Aplerbeck. Auf dem Deckblatt abgebildet ist die Awo-Gründerin Marie Juchacz. 1919 wurde sie in die Weimarer Nationalversammlung gewählt und hielt am 19. Februar des Jahres als erste Frau eine Rede vor dem Deutschen Reichstag. © (Repro) Marc D. Wernicke

Die ersten Ortsvereine in Aplerbeck formierten sich schon kurze Zeit nach der Gründung der Awo selbst. Neben dem Betrieb einer Nähstube in Berghofen und einer Volksküche im Ort forderte die Awo zwei Mitgliederplätze im Wohlfahrtsausschuss ein. „Zu jener Zeit war Aplerbeck noch stark von der Industrie geprägt und das Leben der Menschen sah trist aus“, sagt Martin Fischer.

Elektrisches Licht, Wasserleitungen, Kanalisation und feste Straßen waren kaum vorhanden und viele Kinder konnten bei schlechtem Wetter nicht zur Schule gehen, da sie keine Schuhe hatten. Freizeitprogramme für Kinder, wie etwa Tagesfahrten ins Sauerland, gehörten in den 20er-Jahren ebenfalls zum wachsenden Angebot der Awo, bevor sie 1933 vom NS-Regime verboten wurde. Schon unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs gründeten sich die Awo-Vereine neu, um abermals den Notleidenden im Land zu helfen.

Große Feier in der Innenstadt

Die Broschüre, die diese Geschichte erzählt, ist in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienen und kann bei den Awo-Ortsvereinen in Berghofen, Schüren und Sölde sowie in der zentralen Aplerbecker Begegnungsstätte an der Rodenbergstraße 70 für 5 Euro erworben werden. Zudem wird sie bei der Hundertjahrfeier der Awo vom 30. August bis 1. September in der Innenstadt erhältlich sein. „Dort werden wir auch, passend zu unseren Anfängen, mit einer historischen Nähstube dabei sein“, sagt der Vorsitzende Ewald Schumacher.

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