Aplerbecker wünschen sich ein Freibad: Schnapsidee oder doch realisierbar?

rnFreibäder in Dortmund

Die Aplerbecker Bevölkerung äußert bei Facebook den Wunsch, ein eigenes Freibad zu bekommen. Schließlich haben Hombruch und Hörde auch eins. Ein Faktencheck.

Aplerbeck

, 26.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Es ist ja nicht so, dass es alles schon einmal gegeben hat. Ein Freibad in Aplerbeck zum Beispiel. Das ist schon lange verschwunden, aber die rege Diskussion in den öffentlichen Netzwerken zeigt, dass die Aplerbecker wieder Bock auf Schwimmen unter freiem Himmel im eigenen Stadtbezirk haben.

Und auch die Suche nach einer Fläche wurde auch schon angeregt. So könnte es in Richtung Sölde gehen oder auch mitten in Aplerbeck sein. So regte ein User an, aus dem Rodenbergteich doch ein Freibad zu machen. „Einfach den hinteren Teil des Rodenberteiches mit einer Plane ausstatten, sauberes Wasser rein und den Hang in Richtung Postkutsche mit Sand aufschütten.“

In der Diskussion kam auch schon die Kostenfrage auf

Aber es kamen auch schon die Kosten ins Spiel, die so ein Projekt nach sich ziehen würden. Ist es also überhaupt realistisch, dass Aplerbeck wieder ein Freibad bekommt? „Nein“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. Der, der selbst ein begeisterter Schwimmer ist, findet die Idee zwar sehr charmant, aber es sei eben nur ein Wunsch.

„Ich denke sogar, dass noch nicht einmal der Bau das Hauptproblem ist, sondern die Betriebskosten, die folgen. Die sind sehr hoch“, sagt Schädel. „Die Stadt als Betreiber kann diese niemals stemmen. Schwimmbäder fahren heute große Defizite ein. Die Stadt versucht ja auch die Bäder alle abzugeben.“ Jürgen Schädel fährt im Übrigen immer ins Freibad Dellwig in Fröndenberg.

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Soll es in Aplerbeck wieder ein Freibad geben?

15 abgegebene Stimmen

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es schon einmal funktioniert hat mit einem Freibad in Aplerbeck. Und das lag damals nur einen Steinwurf vom Marktplatz entfernt.

Ungefähr dort, wo heute das Parkhaus hinter Kaufland steht. Der Rest der Badeanstalt unter freiem Himmel wurden beim Bau des Parkhauses im Jahr 2010 wiederentdeckt. 1933 ging es los mit dem Bau der Anlage. Damals gehörte das Gelände hinter dem heutigen Kaufland noch zur Aplerbecker Hütte. Quellen versorgten das Becken mit frischem Wasser, das verbrauchte Nass wurde in die Emscher geleitet.

Insgesamt gab es einmal vier Becken

Es gab eine große Liegewiese und neben dem großen Becken auch noch ein Nichtschwimmerbecken und zwei Planschbecken für die kleinen Gäste. Aber auch schon damals musste das Bad um jeden Besucher kämpfen und im Laufe des Zweiten Weltkriegs wurde es dann geschlossen. Die Becken wurde als Feuerlöschteiche genutzt, später als Mülldeponie. Und irgendwann verschwand es dann komplett, das große Freibad im Stadtbezirk Aplerbeck.

Ein neues Freibad wird es wohl nicht geben. Die Kosten wären zu hoch. Aber wie schreibt ein User: „Man wird ja wohl träumen dürfen.“

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