Appelrath-Cüpper in Not: So steht‘s um die Dortmunder Filiale

rnWestenhellweg

Das Modehaus Appelrath-Cüpper kämpft ums Überleben. Jetzt steht - mitten im Teil-Lockdown - die nächste Gläubigerversammlung an. Das ist der Sachstand zur Zukunft der Filiale in Dortmund.

Dortmund

, 17.11.2020, 14:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Appelrath-Cüpper geht es zum Ende des Jahres in die entscheidende Phase. Zu Beginn der Corona-Pandemie war das Kölner Modehaus in Schwierigkeiten geraten und hatte nach sechswöchigem Shutdown ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angemeldet. Ziel war es, das Unternehmen wieder so aufzustellen, dass es auch nach der Pandemie weitergeführt werden kann.

Vor der nächsten Gläubigerversammlung am Mittwoch (18.11.), die für die Zukunft von Appelrath-Cüpper entscheidend sein kann, hat das Modehaus bereits eine optimistische Zwischenbilanz gezogen. Danach sollen bundesweit alle 16 Standorte, also auch die Filiale am Westenhellweg, erhalten werden.

Anfang Oktober freute man sich über „eine wieder konstante Frequenz“ an Kunden. Auch die Verhandlungen mit den Vermietern über die Standorte verliefen bis dahin weitestgehend positiv. „Die Vermieter haben erkannt, dass der Markt und der stationäre Einzelhandel sich nicht mehr in der gleichen Situation befinden wie zuvor“, sagt Finanzchef Heinrich Ollendiek.

Branchen-Magazin: Lage spitzt sich zu

Möglicherweise hat sich die Gesamtbilanz inzwischen jedoch wieder eingetrübt. Wie das Branchen-Magazin „Textilwirtschaft“ schreibt, spitzt sich die Lage bei Appelrath-Cüpper gerade zu. Wegen des „Lockdown Light“ fehlten dem Unternehmen weitere Millionen. „Die Zukunft von Appelrath-Cüpper ist fraglicher denn je“, heißt es.

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Die Geschäftsführung will sich dazu auf Anfrage vor der Gläubigerversammlung nicht äußern. Auch Einzelheiten zur aktuellen Entwicklung und der mittel- bis langfristigen Prognose für das Haus in Dortmund sind vor der Gläubigerversammlung nicht zu erhalten. Danach aber werde man sich äußern, so eine Unternehmenssprecherin. Allgemein wolle Appelrath-Cüpper stark aus der Krise hervorgehen und zukünftig sogar noch wachsen.

Mit Blick auf die Gläubiger wird also vom Unternehmen selbst reichlich Optimismus verbreitet. Aktuell startet Appelrath-Cüpper auch eine groß aufgezogene Marketingkampagne. „Wir feiern die Frauen! Das ist unser neuer Slogan, der Optimismus gerade in schwierigen Zeiten zum Ausdruck bringt. Optimismus und unser Versprechen, auch in der Zukunft die große und persönliche Boutique für die modebewusste Frau zu sein“, sagt Geschäftsführer Lothar Schäfer.

Appelrath-Cüpper beschäftigt in Dortmund 60 Mitarbeiter

Dass das 1882 gegründete Unternehmen überhaupt in Schieflage geraten ist, sei der Corona-Krise geschuldet. So äußerte sich Schäfer bereits im April im Gespräch mit unserer Redaktion. Nun sagt er: „Wir haben im Rahmen des Insolvenzverfahrens eine hohe Solidarität von vielen Seiten erfahren. Lieferanten, Vermieter und Kunden haben uns alle bestätigt, dass Appelrath-Cüpper im Handel eine maßgebliche Stellung hat.“

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Zuletzt hatte die Gläubigerversammlung am 6. Oktober einstimmig grünes Licht für die Erstellung und Vorlage eines Insolvenzplanes gegeben. Seitdem geht man in dem Modehaus davon aus, dass das Eigenverwaltungsverfahren Ende dieses Jahres beendet werden kann. Dies soll sich nun am Mittwoch bestätigen.

Insgesamt verkauft Appelrath-Cüpper in 16 Geschäften hochwertige Damenmode. Die Dortmunder Filiale hat eine lange Tradition, 2012 wurde sie umgebaut und modernisiert. Hier beschäftigt das Unternehmen rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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