Arbeiten an 300-Millionen-Euro-Geldspeicher starten

Neue Bundesbank-Filiale

Es ist die wohl teuerste Lagerhalle weit und breit: 300 Millionen Euro kostet der Geldspeicher der Deutschen Bundesbank, der an der B1 in Aplerbeck gebaut wird. Am Donnerstag war der erste Spatenstich. Wir stellen die Pläne vor.

APLERBECK

, 03.09.2015, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ist geplant?

Auf dem 80.000 Quadratmeter großen Gelände an der B1, auf dem einst eine Kaserne und Klinikgebäude standen, entsteht ein Gebäudekomplex mit großer Lager- und Verladehalle und mehreren Nebengebäuden. Hier soll Bargeld eingelagert werden - wie viel, wird natürlich nicht verraten. Die Filiale ist dabei Umschlagstation für Banken und andere Geldinstitute. 

Die neue Filiale ersetzt die bisherigen Bundesbank-Filialen in Dortmund, Bochum, Essen, Hagen und Düsseldorf. Rund 200 Mitarbeiter der Bundesbank werden hier arbeiten.

Gebaut werden nach dem Konzept des Architekturbüros "agn Niederberghaus" vier Gebäude mit einem Raumvolumen von 280.000 Kubikmetern. Zu dem Hauptgebäude gehört auch ein Hochregallager als Tresor, in den allein rund 25 Einfamilienhäuser passen würden. An 15 Ladehallen - zwölf für Papiergeld und drei für Münzgeld-Transporte - können Geldtransporter andocken, um das Geldgeschäft sicher und diskret abzuwickeln. 

Zwei Gebäude dienen als Zufahrtsschleuse und Servicebereich für Großkunden. Die Kunden mit kleineren Geldgeschäften werden im Eingangsgebäude empfangen.

Warum ist der Bau so teuer?

Unter anderem sind die Sicherheitsanforderungen enorm. So entsteht rund um den Gebäudekomplex ein Wassergraben. Das Gelände ist nur über besonders gesicherte Zufahrtsschleusen erreichbar. Nicht zuletzt wird in der neuen Filiale modernste Logistik-Technik genutzt. Vieles ist automatisiert. So soll es in dem Geldspeicher fahrerlose Transportsysteme geben. 

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Spatenstich Bundesbank

Eine neue Bundesbank-Filiale entsteht für 300 Millionen Euro an der B1 in Dortmund. Sie soll die bisherigen fünf Filialen der Bundesbank zwischen Dortmund und Düsseldorf ersetzen. Vor allem der Sicherheitsaufwand für den riesigen Geldspeicher ist enorm.
03.09.2015
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So sieht das Eingangsgebäude der neuen Bundesbank-Filiale aus, in der kleinere Geldgeschäfte abgewickelt werden. © Entwurf agn Niederberghaus
Das Verwaltungsgebäude ist direkt mit dem Lagerkomplex verbunden und liegt im Innern des mit einem Wassergraben umgebenen Bundesbank-Areals. © Entwurf agn Niederberghaus
Der Blick auf den Ladehallen-Komplex der neuen Bundesbank-Filiale. © Entwurf agn Niederberghaus
So soll die neue Bundesbank-Filiale für vorbeifahrende Autofahrer von der B1 aus aussehen.© Entwurf agn Niederberghaus
Das Bauschild steht bereits und die Bagger sind schon an der Arbeit auf dem Bundesbank-Gelände am Rande von Aplerbeck.© Foto. Menne
Beim symbolischen ersten Spatenstich im Einsatz waren (v.l.) Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele, Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Bundesbank-Vorstandsmitglied Dr. Johannes Beermann, Margarete Müller als Präsidentin der Bundesbank-Hauptverwaltung in Düsseldorf und Bernhard Busch vom Architekturbüro agn Niederberghaus. © Foto: Menne
Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele stellte die Baupläne für die neue Bundesbank-Filiale vor. © Foto: Menne
Schlagworte Dortmund, Aplerbeck

Auch ökologisch will die Bundesbank Zeichen setzen. So gibt es eine Geothermie-Anlage zur Wärme und Kälteversorgung. Auf der Dachfläche des Hauptgebäudes mit Tresor und Verladehallen werden mehr als 5000 Quadratmeter Photovoltaik-Flächen installiert. Die Regenwasserentwässerung wird für die Dachbegrünung genutzt und fließt in den Wassergraben. 

Wie sieht der Zeitplan aus?

Zur Zeit wird der Boden ausgehoben. Wegen des schwierigen Untergrund ist eine Pfahlgründung für den Gebäudekomplex nötig. Die Rohbauarbeiten beginnen dann im kommenden Jahr. Dann soll auch der Grundstein gelegt werden. Das Richtfest soll gut ein Jahr später im Sommer 2017 gefeiert werden. Im November 2018 soll der Neubau fertig sein. Der Betrieb könnte dann im zweiten Quartal 2019 aufgenommen werden. 

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