Arbeiten an der Zukunftsmusik

DORTMUND Mert hat schon einen roten Kopf vor Anstrengung. „Fü fü fü“, macht der Urbanus-Grundschüler und bläst dabei angestrengt in die Klarinette. „Super“, lobt Thomas Haberkamp. Im Dietrich-Keuning-Haus startete am Mittwoch die Landes-Initiative "Jedem Kind ein Instrument".

von Von Katrin Pinetzki

, 27.02.2008, 14:54 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mert ist einer von 720 Grundschülern, die gestern das Dietrich-Keuning-Haus stürmten. Sie alle haben im vergangenen halben Jahr in der Schule Instrumenten kennen gelernt. Im Keuning-Haus haben sie nun Gelegenheit, unter professioneller Anleitung noch einmal ins Horn zu stoßen, das Cello zwischen die Knie zu nehmen oder die kleinen Finger auf die Löcher der großen Tenor-Flöte zu verteilen. Schließlich sollen sie sich noch vor den Osterferien für eines der 13 Instrumente entscheiden, das für die nächsten drei Schuljahre nur ihnen gehört.

„Jedem Kind ein Instrument“ heißt die Initiative des Landes, die den Grundschülern eine Schulstunde Instrumentalunterricht pro Woche garantiert – für einen geringen Elternbeitrag. In diesem Jahr sind „erst“ 15 Grundschulen dabei, im kommenen Jahr sollen es schon 30 sein und im Jahr 2010 alle Grundschulen der Stadt.

Rund 200.000 € werden vorerst für die Instrumente benötigt, rechnet Musikschulleiter Volker Gerland, die Hälfte davon übernehmen Land und Bund, für den Restbetrag werden noch Förderer gesucht. „Nach neuen Studien ist Instrumentalunterricht für Kinder wie eine Schutzimpfung“, sagt Gerland, „viele typische Probleme, die gerade männliche Migrantenkinder haben, werden dadurch abgefedert.“

„Das Cello war ganz gut“, urteilt Lukas von der Aplerbecker Grundschule anschließend, „aber ich will lieber eine E-Gitarre.“ Die gibt es leider noch nicht im Angebot – aber Volker Gerland arbeitet daran. 

Infos bei der Musikschule unter Tel. 50-23250, Spenden auf das Konto 921 016 166, BLZ 440 501 00, Stichwort „JeKi“

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