Beim Spielen im Wald machte ein Dortmunder Geschwisterpaar (9 und 7 Jahre alt) eine Entdeckung von historischem Ausmaß (Symbolbild). © picture alliance/dpa
Beim Spielen gefunden

Archäologen begeistert: Kinder machen tausende Jahre alten Fund in Dortmund

Während des Spielens war einem Dortmunder Geschwisterpaar ein ungewöhnlicher Stein aufgefallen. Kurz darauf folgte die Überraschung: Der Fund ist rund 6000 Jahre alt.

Diesen Muttertag werden der kleine Till (9) aus Dortmund und seine Schwester (7) so schnell nicht mehr vergessen. Nicht etwa die Mutter, sondern sie selbst waren an diesem Tag die Helden, als sie beim Spielen in einem umherliegenden Wald einen Fund von historischer Dimension machten.

Als an dem Schönwettertag am 9. Mai Till wie schon in den Tagen zuvor an einer moosgepolsterten Plattform in unmittelbarer Nähe zu seinem Elternhaus spielte, zog ein seltsamer Stein, der zur Hälfte noch im Waldboden verborgen lag, seine Aufmerksamkeit auf sich. Sofort war ihm klar, dass der Stein durch Menschenhand bearbeitet sein musste; der etwa 9,8 mal 4 Zentimeter große Stein wirkte ungewöhnlich ästhetisch und funktionell.

Fachleute ermittelten: 6.000 Jahre alte „Michelsberger Klinge“

Vorbildlich zog der kleine Till seinen Vater zu Rat, dem schnell klar war: hier muss es sich um einen archäologischen Fund handeln, der sicherlich einige Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrtausende alt sein könnte. Geistesgegenwärtig haben Vater und Sohn die Fundstelle fotografiert und die Denkmalbehörde von ihrem Fund unterrichtet. Was dann folgte, war eine große Überraschung.

Die Fachleute staunten nicht schlecht, als sie den Stein präsentiert bekamen, denn bei Tills Fund handelt es sich laut städtischer Pressemitteilung um eine sogenannte Spitzklinge aus Silex (Feuerstein), die einst die Klinge eines Dolches bildete. 6.000 Jahre soll der Fund alt sein und datiert in das Jungneolithikum, also in die Jungsteinzeit.

Finder erhält seinen Fund nach wissenschaftlicher Auswertung zurück

Die Machart des Artefaktes sei charakteristisch für die „Michelsberger Kultur“, eine Kultur, die in der Jungsteinzeit existierte und die sich neben den Messer- und Dolchklingen, flachnackigen Beilen auch durch die typischen spitzbodigen Gefäße und flachen Schalen mit geknickter Wandung kennzeichnete. Doch wie kam es dazu, dass der historische Fund auf dem Waldboden an einem Hang gefunden wurde und nicht versteckt unter einer mächtigen Erdschicht lag?

Denkbar sei, dass ein Starkregen oder auch die landwirtschaftliche Nutzung zu einer Freilegung der Silexklinge auf dem oberhalb des Hanges gelegenen Geländesporn geführt habe. Vermutlich sei die natürliche Erosion ursächlich für die nachfolgende Verlagerung des Fundes bis zu seinem Fundort.

Wie bei jedem archäologischen Fund übernehme die Denkmalbehörde auch Tills Spitzklinge für die wissenschaftliche Auswertung und Dokumentation. Danach werde Till als ehrlicher Finder seine Klinge aber wieder zurückerhalten.