Für Patrick Arens (r.), Vorsitzender des Schaustellervereins Rote Erde, ist der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ein „Roulette-Spieler“. © dpa/Archiv; Montage: RN
Weihnachtsmarkt-Chef traf Lauterbach

„Arrogant und von seiner Medienpräsenz besoffen“

Patrick Arens, Chef des Weihnachtsmarktes, ist ein besonnener Mensch. Zehn Minuten verbrachte er mit dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. Nach dessen jüngster Äußerung fährt er aus der Haut.

Wenn es um Corona-Schutzmaßnahmen geht, hat Patrick Arens bislang immer Einsicht für die Vorsicht gezeigt. Arens ist Vorsitzender des Dortmunder Schaustellervereins Rote Erde, der für die Organisation des Dortmunder Weihnachtsmarktes verantwortlich zeichnet.

Eine Äußerung des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach am Freitag (12.11.) hat den sonst eher mit Kritik zurückhaltenden Mann aus der Haut fahren und einen viel beachteten, emotionalen Facebook-Post verfassen lassen.

„Jeder Weihnachtsmarkt, der nicht durchgeführt wird, ist ein guter Weihnachtsmarkt“, sagte Lauterbach in der Nachrichtensendung „ZDFlive“. Arens bezeichnete Lauterbach daraufhin als „Roulette-Spieler“.

„Er setzt hundertmal auf Schwarz und fünfzigmal kommt Schwarz“, erläuterte Arens seine Aussage am Montag (15.11.) im Gespräch mit dieser Redaktion.

„Besoffenen von der eigenen Medienpräsenz“

In Arens‘ Facebook-Post heißt es weiter, er habe in den vergangenen 20 Monaten viele engagierte, gut arbeitende und insbesondere aktive Politiker kennenlernen dürfen, „die, auch wenn sie nicht helfen konnten oder gänzlich anderer Meinung waren als ich, immer den Eindruck erweckt haben, emphatisch und an der Situation anderer Menschen interessiert zu sein.“

Ganz anders sei Lauterbach, so Arens: „Die 10 Minuten, die ich mit Herrn Lauterbach verbringen durfte, gehörten für mich so ziemlich zu den miesesten Momenten in Zeiten der Pandemie. Selten ist mir ein Mensch untergekommen, der so arrogant und von sich selbst und seiner Medienpräsenz besoffen in ein Gespräch gegangen ist.“

Das Gespräch sei vor zwei Monaten in Leverkusen gewesen, erklärte Arens auf Nachfrage. Lauterbach lebe in seiner eigenen Welt, verdrehe immer nur die Augen, wenn jemand anderer Meinung sei.

Pandemie-Politik verbockt

Bei Facebook resümiert der Rote-Erde-Chef zu Lauterbach: „Zum Schluss wird er zusammen mit Helge Braun und Jens Spahn als derjenige in die Geschichte eingehen, der die Pandemie-Politik verbockt hat. Denn anstatt einen Pakt innerhalb der Bevölkerung zu schließen, der gemeinsam daran arbeitet, die Pandemie zu besiegen, hat man hier mit Anlauf dafür gesorgt, dass es immer weniger Zusammenhalt und Gemeingefühl gibt.“

In seiner Branche hat Arens viel Zustimmung für seinen Facebook-Post geerntet. Auch der Deutsche Schaustellerbund, dessen Vize-Präsident Patrick Arens ist, wehrt sich in einem offenen Brief gegen Lauterbachs Äußerungen. Präsident Albert Ritter schreibt: „Ein solcher Satz ist ein Schlag ins Gesicht“ derer, die finanziell am Ende seien, aber im Vertrauen auf die politischen Aussagen der vergangenen Monate, es werde keine Schließungen und keine Lockdowns mehr geben, zurzeit die Weihnachtsmärkte aufbauten.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
Zur Autorenseite
Gaby Kolle

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.