Aufruf zur Europawahl: 300 Gäste formieren sich im BVB-Stadion zur blau-goldenen Wand

Signal Iduna Park

Ungewöhnliche Aktion im Signal Iduna Park: Mit einer „blau-goldenen Wand“ auf der Westtribüne des BVB-Stadions haben rund 300 Gäste einen Aufruf zur Beteiligung an der Europawahl gestartet.

Dortmund

, 27.03.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aufruf zur Europawahl: 300 Gäste formieren sich im BVB-Stadion zur blau-goldenen Wand

Vertreterinnen und Vertretern aller 16 Bundesländer sowie Prominente haben mit einer blau-goldenen Wand zur Europawahl aufgerufen. © Oliver Schaper

Blitzlichtgewitter in der Umkleidekabine des BVB, ein Gedränge und Geschiebe: Ziel der Medienvertreter an diesem Mittwoch sind nicht die BVB-Profis, die gar nicht da sind. Die Objektive der Fotografen richten sich auf die Europaminister der 16 Bundesländer, die im Signal Iduna Park zwei Tage konferieren und sich in der Umkleidekabine befragen lassen. Sie haben Sinn für Symbolik: Unter dem Foto des Belgiers Axel Witzel hängt anstelle des schwarz-gelben Leibchens das knallblaue Trikot vom „Team Europa“.

Mitten im Trubel erklärt NRW-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner, warum die Ministerkonferenz zur Beteiligung an der Europawahl am 26. Mai aufruft. „Weil die, die Europa nicht wollen, auf jeden Fall zur Wahl gehen werden.“ 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer sei die damalige Euphorie verschwunden. „Viele Menschen wählen illiberale Regierungen“, analysiert Holthoff-Pförtner. Freie Presse, eine unabhängige Justiz – all das können undemokratische Regierungen nicht brauchen. „Wir aber wollen ein freies und demokratisches Europa, dafür kämpfen wir“, sagt Holthoff-Pförtner.

Gäste aus ganz Deutschland formen das „Team Europa“

Während die Minister noch Rede und Antwort stehen, rollen vor dem Stadion die ersten Busse an. Mehr als 300 Gäste aus Deutschland und den Grenzregionen sind eingeladen, den Aufruf zur Wahlbeteiligung mit einem schönen Bild symbolisch aufzuladen: Unter dem Motto „Wir sind das Team Europa“ formieren sie sich nachmittags auf der Westtribüne zu einer „blau-goldenen Wand“ für Europa.

In diese Menschenwand reiht sich neben Sebastian Kehl und Atze Schröder auch Bernadette Giebhardt ein. „Ist doch eine coole Gelegenheit, etwas für Europa zu tun“, sagt die 15-jährige Schülerin aus Kassel, die mit einer Busbesatzung von Klassen- und Schulkameraden der Europaschule Schweizer Allee nach Dortmund gekommen ist.

Brieffreundschaften über Ländergrenzen hinweg

Auch Schüler vom Hessenkolleg Kassel sind dabei. Insgesamt haben sich rund 180 junge Menschen auf den Weg gemacht, um im Stadion Flagge zu zeigen. „Schließlich geht es um unsere Zukunft“, pflichtet Mitstreiterin Nele Bitterhof (16) bei. Sie pflegen Brieffreundschaften über Ländergrenzen hinweg und besuchen sich im Rahmen von Austauschprogrammen. Sie leben Europa vor.

Die gemeinsame Erklärung, die Vertreter von 21 NRW-Unternehmen unterschreiben, bekommen sie nicht mit: Die Unterzeichner schließen sich einer Europa-Initiative der NRW-Landesregierung an. Sie sollen ihren Auszubildenden künftig einen dreiwöchigen Aufenthalt bei einer europäischen Tochterfirma ermöglichen. Mit dem Pumpenspezialisten Wilo SE ist auch ein erstes Dortmunder Unternehmen dabei.

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