Aufzug im Dorstfelder Hannibal fährt wieder

Stillstand beendet

Seit dem vergangenen Donnerstag stand der Fahrstuhl im Hannibal, Vogelpothsweg 16, still. 16 Stockwerke hat das Haus. Für die Mieter, die in den oberen Etagen wohnen, war der Ausfall des Fahrstuhls eine Katastrophe - nach Tagen wurde der Lift nun repariert.

DORTMUND

13.08.2012, 04:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seit vergangenem Donnerstag steht der Aufzug in diesem Haus still.

Seit vergangenem Donnerstag steht der Aufzug in diesem Haus still.

Kranke oder immobile Mieter sind de facto in ihren Wohnungen gefangen. Informationen, wann der Fahrstuhl wieder laufen soll, gibt es offiziell nicht, ein handgeschriebener Zettel hängt seit dem Wochenende an der Fahrstuhltür im Erdgeschoss. Man werde ihn sobald wie möglich reparieren, heißt es dort. „Der Ausfall des Fahrstuhls ist für die Betroffenen schon hart genug. Das Verhalten der Eigentümer und der Verwaltung gegenüber den Mietern skandalös“, so Rainer Stücker vom Mieterverein Dortmund. Die Verwaltungsfirma Grand City Property aus Berlin habe auf Anfragen des Mietervereins bisher nicht reagiert.

Das Haus gehört seit diesem Jahr der Lütticher 49 Properties, ebenfalls in Berlin ansässig, diese Firma wiederum besitzt eine Gesellschaft mit Sitz auf Zypern. Schon der Kauf des Hannibal hatte für Verwunderung gesorgt, die Lütticher 49 Properties hatte den Hannibal für rund 7 Millionen Euro ersteigert, der Marktwert der Immobilie war damals mit rund 3,7 Millionen Euro angegeben worden. Laut Mieterverein würden zusätzlich neun Millionen Euro gebraucht, um den Sanierungsstau in dem Komplex aufzulösen. Aufzugausfälle habe es in der Vergangenheit schon mehrfach gegeben, sagen Anwohner. Die seien mal mehr und mal weniger schnell behoben worden.

Als Mieter hat man laut Mieterverein verschiedene Möglichkeiten: Man könne die Miete kürzen. Auch bestehe die Möglichkeit, sich an den Vermieter zu wenden. Reagiere der nicht, könne man eine einstweilige Verfügung auf kurzfristige Instandsetzung erwirken. Passiert auch dann nichts, könne man mit dem so erwirkten Titel selber eine Firma beauftragen, den Aufzug wieder fahrbar zu machen. Das Problem dabei: Die Firma müsse man dann auch selber zahlen, das Geld also vorstrecken. „Das ist die Klippe, über die man springen muss“, sagt Stücker. Auch wenn man diese Kosten mit der Miete verrechnen könne, gehe man natürlich ein gewisses Risiko ein. Und was passiert, wenn es in den oberen Etagen zu einem Notfall kommt und Rettungskräfte nicht schnell genug zu Hilfe eilen können? Laut Stücker gehöre das zu dem „Lebensrisiko“ in einem Hochhaus. Allerdings könne man fast jeden defekten Aufzug auch in Handbetrieb fahren, „im Notfall auch über 16 Stockwerke“.

Der Mieterverein hatte noch am vergangenen Freitag wegen der Zustände im Hannibal das Amt für Wohnungswesen einschalten. Außerdem bietet er betroffenen Mietern Hilfe und Beratung an – Hausverwaltung und Besitzerfirma waren telefonisch nicht zu erreichen.

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