Aus für Heitkamp: Traditionsunternehmen wird dichtgemacht – trotz voller Auftragsbücher

rnArbeitsplätze bedroht

In der Belegschaft der Dortmunder Firma Heitkamp Bauservice GmbH rumort es: Der türkische Mutterkonzern will das Unternehmen zum Jahresende 2019 schließen.

Dortmund

, 02.07.2019, 17:24 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Belegschaft wurde bereits informiert, am Mittwoch (3. Juli) gibt es das erste Gespräch mit Geschäftsleitung und Betriebsrat, am Freitag (5. Juli) ist Betriebsversammlung – doch so viel steht jetzt schon fest: Die Firma Heitkamp Bauservice GmbH in Dortmund mit Sitz in der Dammstraße wird zum 31.12.2019 geschlossen. Die ehemalige, nicht insolvente Tochter des 2012 in die Insolvenz gegangenen Traditionsbauunternehmens Heitkamp verschwindet für immer von der Bildfläche.

Die Nachricht von der beabsichtigten Schließung hat auch den Regionalleiter der Gewerkschaft IG Bau, Sven Bönnemann, erreicht. Zu den Gründen wisse er nichts, so Bönnemann. Auch die Geschäftsleitung und der Betriebsrat von Heitkamp schweigen. Lediglich der Anruf einer auskunftsberechtigten Anwältin wird unserer Redaktion in Aussicht gestellt. Der ist bis Dienstag, 2.Juli, 17 Uhr, nicht erfolgt.

Schließung kommt für Mitarbeiter völlig überraschend

Die angekündigte Schließung kam für die Mitarbeiter völlig überraschend und ist für sie in keiner Weise nachzuvollziehen. Bei der Firmenschließung handle es sich nicht um eine Insolvenz, sondern um die Schließung eines gesunden Unternehmens mit gefüllten Auftragsbüchern, ist zu hören. Ausschlaggebend seien rein kommerzielle Gründe.

Nach Insiderinformationen sind 42 Mitarbeiter betroffen – vielfach nach sehr langer Firmenzugehörigkeit – das heißt bis zu 44 Jahren. Aktuell werde ein Interessensausgleich/Sozialplan erarbeitet. Der sei aber noch nicht unterschrieben, heißt es aus der Belegschaft.

Seit 2015 als GmbH eigenständig

Im Jahr 2014 wurde die Heitkamp Ingenieur- und Kraftwerksbau GmbH vom türkischen Konzern Rönesans A.S. zu 100 Prozent übernommen und die Heitkamp Bauservice GmbH 2015 als Tochter des vor 127 Jahren gegründeten Traditionsunternehmens Heitkamp Herne mit den Abteilungen Ingenieurvermessung, der Vermietung von Schalung und Rüstung, Projektabwicklung sowie Baustofftechnologie eigenständig.

Konzernsitz von Rönesans A.S ist im russischen St. Petersburg.

Heitkamp wurde laut der Konzern-Homepage in die Infrastrukturabteilung von Rönesans A.S einbezogen, die sich hauptsächlich auf Projekte wie Stadien, Brücken, Straßen und Dämme konzentriert.

Weitere Berichterstattung folgt.

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