Verfahren gegen Halter – trotzdem ist der ausgesetzte Labrador bei ihnen

rnHund ausgesetzt

Gegen die Halter des im Revierpark Wischlingen aufgefundenen Labradors laufen zwei Verfahren. Dennoch ist der Hund derzeit bei ihnen. Das könnte sich allerdings bald ändern.

Wischlingen

, 18.08.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine Nachricht, die viele erschüttert hat. Ein junger Labrador musste am 30. Juli (Donnerstag) von der Feuerwehr aus dem Revierpark Wischlingen geholt und ins Tierheim nach Dorstfeld gebracht werden. Der Grund: Seine Besitzer sollen ihn zum Spielen ins Wasser geschickt haben und dann eilig verschwunden sein.

So beschreiben es zumindest die Passanten vor Ort. Auch die Verantwortlichen der Dortmunder Tierschutz-Organisation Arche 90, die zunächst von den Zeugen des Vorfalls alarmiert worden waren, sprechen von einem „ausgesetzten Hund“.

Die Halterin des Labradors, der den Namen „Lucky“ tragen soll, beschrieb die Situation jedoch ganz anders, als sie ihren Hund am 31. Juli aus dem Tierheim abholte. Er habe nicht ausgesetzt werden sollen, sondern sei ihr und ihrer Familie entlaufen.

Hundehalter werden überprüft

Ein Tierheim-Mitarbeiter äußerte gegenüber Thorsten Habel, der den Labrador-Rüden gern adoptiert hätte, Zweifel an der Geschichte der Hundehalterin. Manchmal gebe es jedoch leider Entscheidungen, die die Tierheim-Mitarbeiter sich anders gewünscht hätten, heißt es in einer E-Mail, die der Redaktion vorliegt.

Auch Thorsten Habel, der mit seiner Assistenzhündin Hanni in Dortmund und auf Instagram bekannt ist, zweifelt die Aussagen der Halterin an. „Irgendetwas ist faul an der Geschichte, irgendetwas ist komisch daran“, sagte er im Gespräch mit der Redaktion.

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Wenn der Hund entlaufen wäre, würde man als Besitzer nicht verschwinden, sondern ihn suchen und zurückrufen, so Thorsten Habel. Trotz aller Zweifel ist der Labrador-Rüde seit Ende Juli wieder bei seiner Halterin. Allerdings laufen gegen diese zwei Ordnungswidrigkeits-Verfahren, wie die Stadt Dortmund mitteilt.

Eines wegen der Situation im Revierpark (Missachtung der Halterpflichten) und eines, weil die Hundehaltung nicht angemeldet war und entsprechende Nachweise fehlen. Wegen Letzterem werde ein Bußgeld fällig, so Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter.

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Ordnungsamt entscheidet über weitere Maßnahmen

Die Frist, um die Nachweise zur Hundehaltung nachträglich vorzulegen und den Verdacht auszuräumen, dass „Lucky“ ausgesetzt werden sollte, läuft am 23. August (Sonntag) aus.

„Über weitergehende ordnungsrechtliche Maßnahmen entscheidet das Ordnungsamt nach Fristablauf in Abhängigkeit von der Mitwirkung der Hundehalterin und der Auswertung der eingeforderten Unterlagen“, sagt Maximilian Löchter.

Sollten die Unterlagen nicht fristgerecht vorliegen oder glaubhaft versichert werden können, dass der Labrador-Rüde entlaufen ist, könnte der Hund der Familie im Zweifel sogar entzogen werden.

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