Ausschreibung gefloppt: Schwierige Chefsuche fürs Technologiezentrum

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Guido Baranowski geht in den Ruhestand - einer der Gründerväter des TZDO mit 321 Firmen und 13.000 Mitarbeitern. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Dortmund

, 10.08.2020, 17:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Dortmunder Technologiezentrum (TZDO) gilt als das europaweit erfolgreichste - und seine Gründung 1984 als Keimzelle für den Strukturwandel. 321 Firmen mit 13.000 Mitarbeitern haben sich aktuell auf dem Campus nahe der Uni angesiedelt.

Guido Baranowski (66), Vorsitzender der Geschäftsführung des TZDO, hat die Entwicklung aus nächster Nähe erlebt: Er gehört zu den Gründervätern des „Dortmunder Silicon Valley“, wie das Zentrum gelegentlich genannt wird. Seit 32 Jahren steht er dort an der Spitze. „Ende September sollte eigentlich Schluss sein“, sagt Baranowski.

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Er wird wohl ein paar Monate dranhängen müssen: Seit Jahresbeginn läuft die Suche nach einem Nachfolger – ohne Ergebnis. Nach einer Ausschreibung auf diversen Plattformen sollen sich zwar „mehr als 40 Bewerber aus einem breiten Spektrum“ gemeldet haben, wie aus dem Umkreis des TZDO zu erfahren war. Doch vor der Findungskommission konnte keiner bestehen - auch nicht die, die zunächst in Betracht gekommen waren.

Bis Jahresende soll die Personalie geklärt sein

Dabei haben die Stadt, mit 46,6 Prozent größte Anteilseignerin des TZDO, und die weiteren Gesellschafter ihre Erwartungen an Baranowskis Nachfolger klar definiert: Er muss über Gründungs- und Projekterfahrung verfügen und fit sein für technologie-orientierte Ausschreibungen. Zudem muss jeder Bewerber bereit sein, nach Dortmund zu ziehen.

Nach dem Flop mit der Ausschreibung sind die Verantwortlichen in die nächste Runde eingestiegen – und bedienen sich nun einer Unternehmensberatung („Headhunter“), die geeignete Kandidaten besorgen soll. „Bis spätestens Jahresende soll die Nachfolgeregelung geklärt sein“, heißt es aus Kreisen des TZDO.

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Der Zeitpunkt für den Einstieg eines neuen Geschäftsführers hängt davon ab, wann er sich von seinem aktuellen Arbeitgeber loseisen kann. Dazu braucht ein Kandidat Sicherheit, dass sein Karrieresprung in Dortmund klappt.

Die Gewissheit hat er erst, wenn neben TZDO-Aufsichtsrat und -Gesellschafterversammlung vor allem der Rat der Stadt sein Plazet gegeben hat. Er hat das entscheidende Wort bei der Besetzung von Führungsposten kommunal geprägter Unternehmen.

Aus- und Neubaupläne für 70 Millionen Euro

Offen ist, ob der Job im TZDO nach der Kommunalwahl am 13. September vom neuen Rat vergeben wird - oder ob der bisherige Rat entscheidet. Er tagt letztmalig am 8. Oktober.

Baranowskis Nachfolger trifft gleich auf eine Reihe aktueller Projekte. Das TZDO hat Investition von rund 70 Millionen Euro vor der Brust: für den Ausbau des Biomedizinzentrums, die Erweiterung des Zentrums für Produktionstechnik auf Phoenix-West und für den mit Fraunhofer geplanten Neubau des Zentrums für Logistik und IT.

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