Auswege aus der Depression

Aktionstag

Fachärzte und ehemals Betroffene boten rund 300 Interessierten am Sonntag in der Dasa Aufklärung und Hilfestellung rund um das Thema "Depression und Sucht".

DORTMUND

von Von Armin Däweritz

, 14.11.2010, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auswege aus der Depression

Organisatoren und Referenten (v.l.): Susanne Fleck, Gerhard Reymann, Ulrike Ullrich, Ulrike Sundermann, Helmut Horn, Wichard Puls und Peter Wallenfels.

 "Oft sehen Betroffene eine Depression als etwas Ehrenrühriges an, als selbstverschuldetes Versagen", beschrieb Susanne Fleck vom Gesundheitsamt das Problem. "Sie wissen oft zu wenig über Depressionen, was dazu führt, dass sie das Problem nicht einmal sich selbst gegenüber eingestehen.Fachleute und Betroffene sprachen Fleck führte als Co-Moderatorin neben Annette Düsterhaus, Leiterin des Gesundheitsamts, durch das Programm des Aktionstages: Vier Stunden Vorträge von Fachleuten und Betroffenen sowie ein offenes Forum mit Raum für Diskussionen und Infostände von Institutionen, die Hilfe anbieten."Depressionen sind kein Tabu mehr" "Früher waren Vorträge etwa von Orthopäden gut besucht, während die von Psychiatern kaum Besucher anzogen. Heute ist es eher umgekehrt", stellte Peter Wallenfels, Oberarzt für Psychiatrie am Marienhospital, fest. "Depressionen sind kein Tabu mehr. Die Menschen wissen, dass es Auswege gibt und möchten informiert werden, zumal wenn Depression mit einer Sucht verbunden ist.Alkoholmissbrauch und Selbstzweifel Dem kam der Aktionstag in der Dasa entgegen. Neben Fachärzten boten auch Betroffene Einblick in das Thema. Mutig beschrieben sie ihren Weg aus der Krise, der von Alkoholmissbrauch und Selbstzweifeln geprägt war. "Was dabei zuerst da war, ist unerheblich", erklärt Wallenfels, "entscheidend ist, dass zuerst die Sucht behandelt wird, denn oft klingt die Depression dann von allein ab". Helmut Horn, Oberarzt für Psychiatrie am Evangelischen Krankenhaus Lütgendortmund, erläuterte in seinem Vortrag die Entstehung von Sucht. Gerhard Reymann, Chefarzt in der LWL-Klinik, präsentierte Daten zum Wechselspiel von Sucht und Depression und Ulrike Ullrich vom Sozialpsychiatrischen Dienst zeigte konkrete Hilfsangebote in Dortmund für Betroffene und Angehörige auf.Zu wenige suchen Hilfe "Wir möchten Berührungsängste beseitigen, denn immer noch suchen zu wenige Betroffene Hilfe auf", erklärt Ulrike Sundermann, Psychiatrie-Koordinatorin im Gesundheitsamt, das Anliegen des Bündnisses.

  • Am 1. Dezember wird das Bündnis von 17 bis 19 Uhr Vorträge zum Thema "Depression bei Kindern" im Dietrich-Keuning-Haus anbieten.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten „Undemokratischer Willkürakt“

AfD-Fraktion fühlt sich im Rathaus abgeschoben – und klagt gegen Oberbürgermeister Sierau