Auto-Poser und Park-Chaos: Stadt veröffentlicht Video zum Phoenix-See

rnDigitaler Bürgerdialog

Der Bürgerdialog zum Phoenix-See geht coronabedingt digital weiter. Im Video äußert sich OB Sierau zu Auto-Posern, Lärm und Parkplatznot. Er verspricht, die Poser-Szene zu vertreiben.

Hörde

, 27.06.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund um den Phoenix-See ist der Diskussionsbedarf von jeher groß. Ein neues Wohnquartier und Freizeitparadies in dieser Größenordnung wirft einiges an Fragen und Konflikten auf.

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Um das zu diskutieren, lädt Oberbürgermeister Ullrich Sierau regelmäßig zum Bürgerdialog ein. Die Veranstaltungen sollen eine Plattform für den Austausch sein und eine Möglichkeit, sich aus erster Hand über geplante Maßnahmen zu informieren. Vier Mal hat der Dialog stattgefunden, die fünfte Veranstaltung war für den 19. März vorgesehen, fiel aber der Corona-Pandemie zum Opfer.

Experten kommen zu Wort

Damit der Dialog trotzdem weitergeht, gibt es nun erstmals einen digitalen Bürgerdialog. In Kürze erscheint das erste Video, in dem Anwohner und Besucher des Sees zu Wort kommen und der Oberbürgermeister gemeinsam mit Vertretern der Fachämter zu den drängenden Fragen Stellung bezieht.

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Verkehr und Lärm sind die Themen, die Betroffenen am meisten unter den Nägeln brennen. Stellvertretend für viele See-Anwohner schildert Prof. Franz Pesch im Film Ärgernisse, die in den Straßen „Am Kai“, der „Phoenixseestraße“ und der „Hörder-Bach-Allee“ durch den Verkehr entstehen.

Das Viertel sei „nach allen Regeln der Kunst angelegt“, sagt Pesch, selbst Stadtplaner. Aber die Verkehrsstraßen würden missbraucht, von Fahrern mit teuersten, getunten Autos - „knatternd und nervtötend“. „Das ist hier eine Poser-Meile mit allen Problemen, die das mit sich bringt.“

Einbauten auf der Straße haben auch Nachteile

Der OB hat sich auf dieses Thema vorbereitet und unter anderem einen Schwerpunkteinsatz von Polizei und Ordnungsamt an einem Freitagabend besucht, um sich ein Bild zu machen. „Wir haben diese Szene gemeinsam mit der Polizei von Phoenix-West vertrieben und das werden wir hier genauso machen“, verspricht er.

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Welche Maßnahmen dazu angepeilt werden, erklären die Fachkoordinatoren. Das Für und Wider baulicher Elemente wie beispielsweise „Berliner Kissen“ wird beleuchtet sowie der Plan, die Straße Am Kai zur Fahrradstraße zu machen.

Anwohner Pesch freut sich, dass „die Qualität des Wohngebietes und auch die Betroffenheit der Bewohnerinnen und Bewohner von der Stadt aufgegriffen, respektiert und in Maßnahmen umgesetzt“ werden.

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Auch um die leidige Parkplatz-Situation kümmert sich die Stadt, ist in dem Video zu erfahren. Dazu gibt es im Film ein Kapitel, das an der Weingartenstraße und Am Remberg aufgenommen wurde.

Andreas Meißner aus dem Bereich Mobilitätsplanung der Stadt erklärt das Problem, das eine Parkraumuntersuchung ergeben hat: Der für die Anwohner belastende Parksuchverkehr auf der Nordseite sei der Attraktivität des Quartiers geschuldet, aber auch der Ungleichbehandlung der beiden Seeseiten.

Parksuchverkehr plagt Anwohner auf der nördlichen Seeseite

Wegen der Parkraumbewirtschaftung auf der Südseite kurvten Besucher durch die Straße auf der Nordseite auf der Suche nach einem kostenlosen Stellplatz. Damit sollen sie bald keinen Erfolg mehr haben. „Wir wollen die Situation gleichstellen“, erklärt Andreas Meißner. Soll heißen: auch auf der Nordseite wird das Parken demnächst etwas kosten.

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Zudem sollen die Plätze in den derzeit nicht ausgelasteten Parkhäusern nicht mehr teurer sein als die an den Parkautomaten. „Das soll angeglichen werden. Wir haben dazu mit den Parkhausbetreibern gesprochen.“

Fachleute der Stadt erklären, warum das Wasserspiel am Phoenix-See schon so lange trocken liegt.

Fachleute der Stadt erklären, warum das Wasserspiel am Phoenix-See schon so lange trocken liegt. © Susanne Riese

Auch um das seit Jahren trocken liegende Wasserspiel am Rudolf-Platte-Weg, um Sauberkeit und Grünpflege geht es in dem Bürgerdialog. Das Format habe sich bewährt, sagt Ullrich Sierau. Deshalb gehe er davon aus, dass es auch einen Bürgerdialog 6 geben wird.

Auf der Homepage der Stadt www.phoenixsee.dortmund.de werden die Filmbeiträge unter der Rubrik Phoenix-See/Bürger*innen-Dialog in Kürze eingestellt.

Teilnahme am Dialog

  • Anregungen und Meinungen zu den Themen der Videos sind erwünscht.
  • Sie können per E-Mail, Brief oder im Gespräch (telefonisch oder direkt) mit der Stadtverwaltung und dem Betrieb Phoenix-See weitergegeben werden.
  • Alle Kontaktdaten finden sich auf www.phoenixsee.dortmund.de
  • Sobald es die Situation wieder zulässt, soll das bewährte Format des direkten Bürgerdialogs wieder aufgegriffen werden.
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