Autos nutzen die Fußgängerzone in Hörde als Abkürzung - einige bekommen dafür die Quittung

rnFußgängerzone am Phoenix-See

Weil Autofahrer ein kurzes Stück der Fußgängerzone am Phoenix-See als Abkürzung missbrauchen, hat sich ein Anwohner nun an die Politik gewendet. Die Polizei hat auf ihre Weise reagiert.

Hörde

, 07.04.2019, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Baustelle an der Hermannstraße ist nicht für alles verantwortlich. Denn Auto- und Motorradfahrer haben auch schon vorher das kurze Stück der Fußgängerzone zwischen Faßstraße und Hermannstraße unerlaubt als Abkürzung benutzt. Das hat Anwohner Christian Kolnisko bereits im Februar in der Sitzung der Bezirksvertretung angemerkt. Die Polizei schaut jetzt besonders genau hin, da mit der Baustelle auch die Staus gekommen sind - und die Menschen den schnellsten Weg da raus suchen.

Alte Menschen werden in der Fußgängerzone angehupt

„Die Situation wird zunehmend problematisch“, sagte Christian Kolnisko im Februar. „Meine Mutter ist im vorigen Jahr in den Clarissenhof gezogen.“ Die Wohnanlage für Senioren liegt direkt in der Fußgängerzone. Nun hat Christian Kolniskos Mutter Probleme mit den Augen. Und so kam es, dass die Seniorin im Winter, als es dunkel war und sie nicht mehr viel sehen konnte, beim Gang durch die Fußgängerzone von Autos angehupt wurde, die verbotenerweise hier durchgefahren sind.

Autos nutzen die Fußgängerzone in Hörde als Abkürzung - einige bekommen dafür die Quittung

Dieser Autofahrer nutzt die Fußgängerzone als Abkürzung, obwohl er das nicht darf. © Michael Nickel

„Die meisten nutzen das als Abkürzung“, so Kolnisko. „Die Autofahrer erzwingen sich ein Recht, das sie gar nicht haben.“ Fahrzeuge dürfen nämlich weder durch diesen Bereich der Hermannstraße noch durch den abzweigenden Rudolf-Platte-Weg fahren. Beide Strecken gehören zu einer Fußgängerzone. Und hier ist lediglich Lieferverkehr zwischen 19 und 11 Uhr erlaubt. Heißt im Umkehrschluss: Zwischen 11 und 19 Uhr gehört der Bereich einzig den Fußgängern. Eigentlich.

Vor allem zu Zeiten der Baustelle ist die Abkürzung für viele verführerisch

Zu verführerisch ist es für viele Autofahrer, auf dem Weg von der Faßstraße in Richtung Norden kurz vor dem Stiftsforum rechts abzubiegen, um mit wenig Aufwand auf die Hörder-Bach-Allee zu kommen. Christian Kolnisko berichtet aber auch davon, dass viele anders herum von der Hörder-Bach-Allee hoch zur Faßstraße fahren. Das ist gleich doppelt verboten. Denn in der Fußgängerzone gilt eine Einbahnstraßenregelung.

Autos nutzen die Fußgängerzone in Hörde als Abkürzung - einige bekommen dafür die Quittung

Die Beschilderung ist eindeutig: Fußgängerzone und nur eingeschränkte Befahrbarkeit für Lieferverkehr. © Michael Nickel

Mittlerweile hat die Situation die Behörden bewegt. Wenn sich ein Anwohner wie Christian Kolnisko in der sogenannten Einwohnerfragestunde zu Wort meldet, hat sich die Bezirksvertretung um das Anliegen zu kümmern. Das hat Ulrich Spangenberg, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle, auch getan. In einer schriftlichen Antwort zum Thema heißt es unter anderem, dass die Polizei gebeten wurde, in diesem Bereich verstärkt zu kontrollieren: „Und dies geschieht auch.“

Die Polizei hat in zwei Wochen mehr als 100 Strafzettel verteilt

Das bestätigt die Polizei. „Es ist sehr wichtig, hier präsent zu sein“, sagt Polizeisprecherin Dana Seketa auf Anfrage. „Wir haben die Situation definitiv im Auge.“ Allerdings könnten ihre Kollegen nicht 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche vor Ort sein. Doch die Präsenz zeigt schon ihre Wirkung. „Seit Einrichtung der Baustelle an der Hermannstraße haben wir mehr als 100 Mal ein Verwarngeld ausgesprochen“, sagt Seketa.

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Christian Kolnisko nimmt die Arbeit der Polizei erfreut zur Kenntnis: „Ich konnte beobachten, dass bis zu sieben Autos Schlange standen, um von den Beamten der Polizei ihr Knöllchen zu bekommen. Also ja es wird kontrolliert“, so Kolnisko Anfang April: „Aber es werden höchstens fünf Prozent erwischt. Seitdem die Baustelle auf der Herrmannstraße eingerichtet ist, ist die Fußgängerzone zu einer normalen Durchfahrtsstraße geworden. Es ist nicht tragbar.“

Dass sich möglicherweise durch das Aufstellen von Pollern etwas an der Situation ändern könnte, ist unwahrscheinlich. Sylvia Uehlendahl, die Leiterin des Tiefbauamtes, teilt auf Anfrage mit: „Hier sind keine baulichen Veränderungen geplant.“

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