Jugendfreizeitstätte kümmert sich kontaktlos um Kinder und Jugendliche

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Wie kann eine Jugendfreizeitstätte Kinder und Jugendliche betreuen, wenn die aktuell gar nicht vorbeikommen dürfen? Die Einrichtung in Derne hat dafür einige Lösungen gefunden.

Derne

, 22.05.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von der Corona-Krise betroffen sind (natürlich) auch die Jugendfreizeitstätten – wie die Awo-Einrichtung an der Hardenbergstraße 1 in Derne, die seit dem 16. März geschlossen hat. „Wenn wir unsere Leute auf der Straße treffen“, sagt die stellvertretende Leiterin Silke Gruner-Anar, „fragen sie uns natürlich, wann wir endlich wieder öffnen.“

Wann und in welcher Form das sein wird, ist noch offen. Grob angepeilt sei der 3. Juni. Möglicherweise müssen sich die Kinder und Jugendlichen, die dann vorbeischauen möchten, vorher telefonisch anmelden, und es kann immer nur eine bestimmte Anzahl kommen. Die Einrichtung verfügt mittlerweile über kontaktlose Seifenspender und jede Menge Plexiglasscheiben als Raumtrenner.

Auf diesem Bild unschwer zu erkennen: Die Mitarbeiter der Jugendfreizeitstätte Derne sitzen hinter Plexiglas und tragen Gesichtsmasken.

Auf diesem Bild unschwer zu erkennen: Die Mitarbeiter der Jugendfreizeitstätte Derne sitzen hinter Plexiglas und tragen Gesichtsmasken. © Andreas Schröter

„Aber“, sagt Mitarbeiter Sören Jagnow, „es wäre falsch zu denken, dass wir seither nichts zu tun haben.“ Im Gegenteil: Fast sei der Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter noch größer als in normalen Zeiten. Zum Beispiel gibt die Einrichtung jede Woche eine kleine Zeitschrift heraus, die mit Basteltipps, Hinweisen auf die Online-Angebote, Kreuzworträtseln, kleinen Wettbewerben, Comics und Kochrezepten gefüllt ist.

Zwar werde davon nur eine Kleinstauflage von 40 Exemplaren gedruckt, die aber würden von den Mitarbeitern persönlich bei den üblichen Besuchern der Freizeitstätte in Derne verteilt.

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„Die Zeitschrift richtet sich eher an die jüngeren Kinder – und die warten schon immer sehnsüchtig darauf“, sagt Silke Gruner-Anar, „für die Älteren gibt’s Online-Angebote.“

Zum Beispiel stellt ein Karate-Trainer auf humorvolle Weise Fitness-Übungen vor, die Derner Tanzlehrerin Jasmin Piel hat eine kleine Choreo zum Mitmachen erarbeitet, es gibt Bewerbungstrainings, die Challenge „Draw my life“ (ein Internetvideo, in dem der Autor seine Lebensgeschichte erzählt), Kurzvideos per TikTok oder auch die ein oder andere digitale Schnitzeljagd, die die Kinder und Jugendlichen animieren soll, vor die Tür zu gehen.

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„Wir haben das Gefühl“, so Gruner-Anar, „dass die Derner Kinder insgesamt ganz gut mit der Situation klar kommen, auch wenn sie natürlich etwas Langeweile haben, weil keine oder nur wenig Schule ist.“

Wichtig sei aber in der Tat, dass die Kinder die Möglichkeit haben, die Wohnungen zu verlassen, ohne dabei die Abstandsregeln komplett zu vernachlässigen. Die Angebote, die die Jugendfreizeitstätte ihnen mache, seien extra so gestaltet, dass man auch allein oder zu zweit daran teilnehmen könne.

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Auch Videokonferenzen und Telefongespräche – zum Teil bis 12 Uhr nachts – gebe es, sagt Sören Jagnow, falls einer der Jugendlichen ein Problem besprechen möchte. Bei allen Veröffentlichungen in der Zeitschrift und im Internet werde auf den Datenschutz geachtet.

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