AWO-Umfrage: Wenig Stimmen für die SPD

DORTMUND Keine repräsentative Umfrage, aber ein Stimmungsbild: Und das fällt denkbar schlecht aus für die SPD und ihren OB-Kandidaten Ullrich Sierau. Im Dezember hatte der Ortsverein Asseln/Husen/Kurl der SPD nahen AWO per Internet und Newsletter (elektronischem Rundbrief) gefragt: Sierau oder Pohlmann? SPD oder CDU?

von Von Gaby Kolle und Oliver Volmerich

, 13.01.2009, 06:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

556 Stimmen wurden abgegeben. 46,8 % (263 Stimmen) entfielen auf Joachim Pohlmann, den parteilosen CDU/FDP-Kandidaten, 21,71% (122) konnte SPD-Kandidat und AWO-Mitglied Sierau auf sich vereinen. Einen Kandidaten der anderen Parteien würden 30,43 % wählen. Nur ein Prozent war unentschieden. Bei der Frage, welche Partei man wählen werde, entfielen 45 % auf die CDU, 17,4 % auf die SPD, 31  % wollen für eine andere Partei votieren, 4,4 % haben sich noch nicht entschieden. Die Linke kommt auf 1,6 %. Unter ein Prozent bleiben die Grünen und die FDP. „Den Ball flach halten“, war Joachim Pohlmanns erste Reaktion. Doch der schwarz-gelbe Kandidat zeigte sich „baff erstaunt“, über dieses eindeutige Ergebnis: „Vielleicht bin ich doch nicht so gesichtslos, wie SPD-Fraktionschef Prüsse das gemutmaßt hat.“ Möglicherweise, so Pohlmann, sei das auch der Wechselstimmung geschuldet. Der Wähler wolle einen unbelasteten OB. Sierau hält die Umfrage nicht für sehr aussagekräftig SPD-Kandidat Sierau misst dem Stimmungsbild keine Bedeutung zu. Internet-Abstimmungen seien leicht manipulierbar, gibt er zu bedenken. Und auch eine RN-Online-Befragung habe bei der SPD-internen Kandidaten-Kür seinen Kontrahenten Jörg Stüdemann vorn gesehen. Am Ende siegte Sierau bei der Mitgliederbefragung mit 64,2 %.

Die Beteiligung an der Monats-Umfrage sei ungewöhnlich hoch gewesen, erklärte Norbert Roggenbach, AWO-Ortsvereinsvorsitzender Asseln-Husen-Kurl. Abgestimmt hätten nicht nur AWO-Mitglieder, die in seinem Ortsverein nur zu 20 Prozent über einen Internet-Anschluss verfügten. Der Newsletter sei stadtweit an 600 Leute gegangen. Die Manipulationsmöglichkeiten bei der Umfrage seien eingeschränkt gewesen, versichert Roggenbach: „Da war eine zeitliche Sperre drin.“ In dem Umfrageergebnis sieht er eine „gewisse Unzufriedenheit“, die im Nordosten auch mit dem Flughafen zu tun haben könnte. Das Resultat einer ersten repräsentativen OB-Kandidaten -Umfrage gibt‘s am 16. Januar, wenn das Bürgerforum Phoenix sein aktuelles, von Forsa erstelltes „Dortmund Barometer“ vorstellt.

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