Bäume auf dem Dortmunder Ostfriedhof markiert: Anwohner befürchten Fällung

rnNatur

Anonyme Verfasser haben im Bereich des Ostfriedhofes eine Flugblatt-Aktion gestartet. Sie befürchten, dass markierte Bäume gefällt werden. Die Stadt hat dafür eine Erklärung.

von Juri Bürgin

Dortmund, Körne

, 26.02.2020, 16:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein orangefarbenes Flugblatt hängt momentan an verschiedenen Stellen des Ostparks. An Bäumen, an Bänken. „Im Ostpark gehen Dinge vor, die Sie wissen müssen - und dagegen einschreiten!“ Der unbekannte Verfasser prangert darin mehrere Dinge an, die ihm missfallen

Das Flugblatt zum Ostfriedhof wurde provisorisch an einem Baum befestigt.

Das Flugblatt wurde provisorisch an einem Baum befestigt. © Juri Bürgin

Zum einen richtet sich der Protest gegen angeblich geplante Rodungsarbeiten und insbesondere deren vermeintliches Ausmaß. Es seien in bestimmten Bereichen des Parks (Feld 1 und 2) „Bäume und Sträucher auf einer Länge von mindestens 50 Metern zum Roden markiert.“

Es sollten den Angaben des Flugblattes nach nur „etwa 6 Bäume stehen bleiben! Das wären ein Verlust von mehr als drei Viertel der bisherigen Bepflanzung“, behaupten die unbekannten Flugblattschreiber.

Auf der Karte ist Ostfriedhof in so genannte Felder unterteilt.Die

Auf der Karte ist Ostfriedhof in so genannte Felder unterteilt. © Juri Bürgin

Stadt bezieht Stellung zu den Vorwürfen

Das stimme so nicht, sagt Christan Schön, Sprecher der Stadt Dortmund, auf Anfrage unserer Redaktion. Denn: Nicht jeder markierte Baum sei zur Fällung vorgesehen. „Markierungen an Bäumen können verschiedene Bedeutungen haben“, erklärt der Stadtsprecher.

Eine wäre etwa, dass Kronenpflegearbeiten durchgeführt werden sollen. Ausgewachsene Bäume würden nur dann gefällt, wenn von ihnen eine Gefahr für die Spaziergänger auf dem Friedhof ausgehe, so Schön.


Die Brutzeit der Vögel steht an

Zum anderen richtet sich der Protest gegen den Zeitpunkt der geplanten Grünarbeiten. Laut Flugblatt beginne nämlich jetzt die Brutzeit der Vögel. Aufgrund der milden Witterung starte diese schon eher als sonst, so die Behauptung der Flugblattschreiber.

„Baumfällungen und Strauchschnitt sind bis zum 1. März (dann beginnt die Brutzeit der Vögel) völlig legal. Dies ist die gesetzliche Regelung, und daran hält sich selbstverständlich auch die Stadt Dortmund“, heißt es von der Stadt zu diesem Punkt.

Desweiteren kritisieren die Verfasser des Flugblatts: „Weil das noch nicht reicht, geht man nun auch an die Bereiche, die bisher als ein Naturschutzgebiet und Rückzugsgebiet für Kleintiere ausgegeben wurden: Feld 9!“

Dazu sagt die Stadt: „Es gibt kein offizielles Naturschutzgebiet im Park.“ Im Volksmund werde der Bereich als „Vogelschutzgehölz im Ostpark“ bezeichnet: „Hier erfolgen Unterhaltungsarbeiten nur im Randbereich“, erklärt der Stadtsprecher weiter.

Die Alleen auf dem Ostfriedhof sind beliebte Spazierwege.

Die Alleen auf dem Ostfriedhof sind beliebte Spazierwege. © Juri Bürgin

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt