Bäume machen den Mund auf

Kuriose Guerilla-Kunst

Bäume haben Blätter oder Äste, Wurzeln und einen Stamm. Einen Mund haben sie für gewöhnlich nicht. In Dortmund ist das anders. Warum hier Bäume mit Mündern auftauchen, ist unbekannt. Und auch, wer sie so verziert hat.

DORTMUND

von Von Thilo Kortmann

, 04.10.2012, 06:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Was würde uns dieser Baum sagen wollen?

Was würde uns dieser Baum sagen wollen?

Drei von ihnen gibt es schon auf dem Ostfriedhof: Rindenmasken, gestaltet aus einem Astloch, einer Art Gebiss und Farbe oder Gips. Sigrid Müller nennt sie Baum-Gesichter, die Fratzen mit offenem Mund auf dem Ostfriedhof. „Eigentlich ist das Sachbeschädigung“, sagt die Betriebsleiterin der Friedhöfe.

Die Gebisse wirken sehr lebensecht, wie ein vom Zahnarzt gefertigter Abdruck. „Es gibt diese Gesichter auf keinem anderen Friedhof der Stadt“, weiß die Betriebsleiterin. Außerhalb der Grabstätten aber schon: Auch aus der Rinde eines Baumes am Platz von Leeds blitzen die Zähne so einer Fratze hervor. Laut Tiefbauamt gibt es im Stadewäldchen und Rombergpark weitere Baum-Gesichter.

Wer die Bäume derart schminkt, ist unbekannt. Friedhofs-Leiterin Müller mutmaßt: „Der Mensch muss das ja nachts machen, um nicht erkannt zu werden, und er muss sich gut auf dem Friedhof auskennen.“ Solange es bei den drei Gesichtern bleibe und sie den Bäumen nicht schadeten, könne sie noch über die Baum-Kunst schmunzeln, sagt sie.

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